Ratgeber · aktualisiert 21. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Autostrom-Tarife Österreich 2026: Welcher Wallbox-Tarif spart?

Fixpreis, dynamischer Tarif oder zweiter Zähler: So rechnest du nach, welcher Stromtarif sich für deine Wallbox lohnt. Jetzt vergleichen und sparen.


Wer sein E-Auto zuhause lädt, braucht deutlich mehr Strom als vorher. Ob sich dafür ein anderer Tarif lohnt, hängt weniger vom Namen des Tarifs ab als von drei Fragen: Wann lädst du? Hast du einen Smart Meter? Hast du eine PV-Anlage? Wer flexibel laden kann, profitiert am ehesten von einem dynamischen Tarif, der dem Börsenpreis folgt. Wer planbare Kosten will, bleibt bei einem Fixpreistarif und vergleicht nur den Preis pro Kilowattstunde. Ein eigener Zähler nur für die Wallbox bringt dagegen zusätzliche Fixkosten und lohnt sich nur, wenn ein Lieferant dafür wirklich einen günstigeren Preis anbietet.

Konkrete Preise ändern sich laufend, deshalb nennen wir hier keine Tarifliste, die in drei Monaten veraltet ist. Stattdessen zeigen wir dir, welche Tarif-Arten es gibt, was du für jede brauchst und wie du mit deinen eigenen Zahlen in fünf Minuten ausrechnest, was du sparst. Alle Stromlieferanten in Österreich müssen ihre Produkte in den Tarifkalkulator der E-Control eintragen; dort vergleichst du die aktuellen Preise für deine Postleitzahl. Alle Beträge in den Beispielen unten sind ausdrücklich Annahmen zum Rechnen, keine Marktpreise.

Kurz-Antwort: Welcher Tarif passt zu dir?

Tarif-ArtWie du sparstVoraussetzungPasst zu
Fixpreistarif (ein Zähler)günstigeren Lieferanten wählenkeinewer planbare Kosten will
Dynamischer Tarifin günstigen Stunden ladenSmart Meter, steuerbare Wallboxwer nachts oder flexibel lädt
Eigener Zähler für die Wallboxeigener Tarif nur für LadestromUmbau, zweiter Zählpunktwer ein konkretes Angebot dafür hat
PV-Überschussladeneigenen Solarstrom ins AutoPV-Anlage, passende Wallboxwer tagsüber zuhause lädt
  • Erster Schritt immer: im Tarifkalkulator der E-Control mit Haushalt plus Ladestrom vergleichen.
  • Größter Hebel: zu welchen Stunden du lädst, nicht der Name des Tarifs.
  • Zweiter Zähler: nur rechnen, wenn ein Lieferant dir dafür schriftlich einen günstigeren Preis nennt.

Was ist ein „Autostrom-Tarif”?

Der Begriff ist nicht geschützt. Gemeint sind meist zwei verschiedene Dinge:

  1. Ein normaler Haushaltstarif, bei dem du den höheren Gesamtverbrauch (Haushalt plus Auto) angibst. Bei einem Fixpreistarif wird jede Kilowattstunde gleich teuer, die Wallbox läuft einfach über deinen bestehenden Zähler.
  2. Ein eigener Tarif nur für den Ladestrom. Dafür braucht die Wallbox einen eigenen Zählpunkt. Ob dein Lieferant so etwas überhaupt anbietet und zu welchem Preis, musst du dort direkt erfragen.

Dazu kommen dynamische Tarife, deren Preis sich mit dem Börsenpreis ändert. Sie sind kein eigener Autostrom-Tarif, passen aber besonders gut zum E-Auto, weil sich das Laden gut in günstige Stunden verschieben lässt.

Die Tarif-Arten im Vergleich

Fixpreistarif über den Haushaltszähler

Die einfachste Lösung: Die Wallbox hängt am bestehenden Zähler, du zahlst für jede Kilowattstunde denselben Preis. Sparen kannst du hier nur über den Lieferanten. Gib im Tarifkalkulator den Gesamtverbrauch inklusive Ladestrom ein, denn bei höherem Verbrauch zählt der Arbeitspreis stärker als die monatliche Grundpauschale.

Vorteil: kein Umbau, planbare Kosten. Nachteil: es ist egal, wann du lädst, also gibt es auch keinen Vorteil für Nachtladen.

Dynamischer Tarif

Der Arbeitspreis folgt dem Börsenpreis, je nach Tarif stündlich oder monatlich. Ein Beispiel, das wir geprüft haben: Beim Tarif HOURLY von aWATTar zahlst du laut Anbieter den stündlichen Börsenpreis plus eine Beschaffungskomponente von 1,5 Cent pro kWh (netto), dazu eine Grundgebühr von 4,79 Euro im Monat (netto, 5,75 Euro brutto), Netzentgelte und Abgaben. Es gibt keine Tarifbindung, Voraussetzung ist ein fernauslesbarer Smart Meter (Stand Oktober 2026, Details auf der Tarifseite des Anbieters).

Vorteil: Wer das Laden in günstige Stunden legt, zahlt für den Ladestrom weniger. Nachteil: In einzelnen Stunden kann Strom deutlich teurer sein. Ohne steuerbare Wallbox oder Auto-App, die nach Preis lädt, verschenkst du den Vorteil.

Eigener Zähler nur für die Wallbox

Hier bekommt die Wallbox einen eigenen Zählpunkt beim Netzbetreiber. Das kostet zuerst Geld: den Umbau im Zählerkasten durch den Elektriker. Dazu können für den zweiten Zählpunkt eigene laufende Kosten kommen, nämlich Netzentgelte und je nach Lieferant eine zweite Grundgebühr. aWATTar etwa verrechnet seine Grundgebühr laut Tarifseite nur einmal pro Lieferadresse. Ein Vorteil entsteht nur, wenn ein Lieferant für den Ladestrom einen spürbar günstigeren Preis anbietet. Hol dir deshalb zuerst das schriftliche Tarifangebot und erst dann ein Angebot für den Umbau.

Wie die Anmeldung beim Netzbetreiber abläuft, steht in unserer Anleitung Wallbox beim Netzbetreiber anmelden.

PV-Überschussladen

Mit einer PV-Anlage lädst du tagsüber mit eigenem Strom. Was dich diese Kilowattstunde „kostet”, ist die Einspeisevergütung, die dir dafür entgeht. Vergleiche sie mit dem, was du für Strom aus dem Netz zahlst: Ist sie niedriger, lohnt es sich, den Solarstrom selbst ins Auto zu laden. Wie das technisch funktioniert, erklärt die Seite PV-Überschussladen.

Ob deine Wallbox einen dynamischen Tarif oder PV-Überschussladen steuern kann und ob dein Zählerkasten einen zweiten Zähler zulässt, klärt der Elektriker vor Ort.

Bis zu 3 Angebote einholen

Rechenbeispiel: So rechnest du deine Ersparnis aus

Alle Preise in diesem Beispiel sind Annahmen zum Rechnen, keine Angebote eines Lieferanten. Setz deine eigenen Zahlen aus der Stromrechnung und dem Tarifkalkulator ein.

Schritt 1: Ladestrom pro Jahr schätzen. Fahrleistung × Verbrauch × Anteil, den du zuhause lädst. Beispiel: 15.000 km × 17 kWh pro 100 km × 80 % zuhause = rund 2.040 kWh im Jahr. Den Verbrauch deines Autos findest du im Bordcomputer oder in der App.

Schritt 2: Kosten mit deinem jetzigen Tarif. Angenommen, dein Fixpreistarif kostet inklusive Netz und Abgaben 30 Cent pro kWh: 2.040 kWh × 0,30 € = 612 € im Jahr für den Ladestrom.

Schritt 3: Kosten mit der Alternative.

  • Anderer Fixpreistarif: angenommen 26 Cent pro kWh. 2.040 kWh × 0,26 € = 530 €, also rund 80 € weniger. Achte auf eine höhere Grundpauschale, die zieh wieder ab.
  • Dynamischer Tarif: angenommen, deine Ladestunden kosten im Schnitt alles in allem 22 Cent pro kWh. 2.040 kWh × 0,22 € = 449 €, also rund 160 € weniger. Dein Haushaltsstrom läuft dann aber auch zum dynamischen Preis, rechne ihn mit.
  • PV-Überschuss: angenommen, ein Drittel des Ladestroms kommt vom Dach und du verzichtest dafür auf 6 Cent Einspeisevergütung pro kWh. 680 kWh × 0,06 € plus 1.360 kWh × 0,30 € = 449 €, also ebenfalls rund 160 € weniger.

Schritt 4: Fixkosten abziehen. Ein zweiter Zähler oder eine neue Wallbox kostet Geld. Teile diese Kosten durch die Jahre, die du sie nutzt, und zieh sie von der Ersparnis ab. Bleibt nichts übrig, lohnt sich der Umstieg nicht.

Weitere Rechenhilfen findest du auf unserer Seite Stromkosten der Wallbox berechnen.

Wann lohnt sich der Wechsel nicht?

  1. Du lädst wenig zuhause. Dann ist der Ladestrom ein kleiner Teil der Stromrechnung, und eine höhere Grundpauschale frisst den Vorteil.
  2. Du kannst den Lieferanten nicht selbst wählen, etwa wenn der Ladestrom über die Hausverwaltung abgerechnet wird.
  3. Du lädst vor allem öffentlich. Dann entscheidet der Ladetarif unterwegs, nicht der Stromtarif zuhause.
  4. Dein jetziger Tarif ist bereits günstig. Vergleiche immer den Gesamtpreis im Tarifkalkulator, bevor du kündigst.

Was du vor dem Wechsel prüfen solltest

  1. Smart Meter: Für stündlich abgerechnete Tarife brauchst du einen fernauslesbaren Smart Meter. Ob du einen hast, sagt dir dein Netzbetreiber. Mehr dazu im Beitrag Smart Meter & Wallbox.
  2. Steuerbarkeit der Wallbox: Kann deine Wallbox oder dein Auto zu bestimmten Zeiten oder nach Preis laden?
  3. Vertragsbedingungen: Kündigungsfrist und Bindung des bisherigen und des neuen Tarifs.
  4. Netzentgelte ab 2027: Was sich bei den Netzentgelten ändert, steht im Beitrag Leistungspreis 2027.
  5. Wärmepumpe: Läuft eine Wärmepumpe mit, können eigene Regeln für Zähler und Tarif gelten, siehe Wallbox und Wärmepumpe kombinieren.

FAQ

Brauche ich eine spezielle Wallbox für einen Autostrom-Tarif? Für einen Fixpreistarif nicht. Für einen dynamischen Tarif sollte die Wallbox oder das Auto zeitgesteuert oder nach Preis laden können, sonst lädst du auch in teuren Stunden.

Kann ich als Mieter den Stromtarif wechseln? Ja, wenn du einen eigenen Zähler hast und deinen Lieferanten selbst wählst. Wird der Strom über die Hausverwaltung abgerechnet, musst du das dort klären.

Lohnt sich ein zweiter Zähler nur für die Wallbox? Nur, wenn ein Lieferant dir für den Ladestrom einen günstigeren Preis anbietet und die Ersparnis die Kosten für Umbau und zweiten Zählpunkt übersteigt. Rechne das mit dem konkreten Angebot nach (Schritt 4 im Rechenbeispiel).

Brauche ich für einen dynamischen Tarif einen Smart Meter? Für stündlich abgerechnete Tarife ja. aWATTar nennt für HOURLY zum Beispiel einen fernauslesbaren Smart Meter als Voraussetzung. Ob bei dir einer eingebaut ist, weiß dein Netzbetreiber.

Ist ein dynamischer Tarif riskant? Der Preis kann in einzelnen Stunden stark steigen. aWATTar erklärt es so: je windiger und sonniger, desto günstiger der Preis. Wer das Auto nur in günstigen Stunden lädt, spürt davon wenig. Bedenke aber, dass auch Herd, Heizung und Licht zum dynamischen Preis laufen.

Welcher Tarif passt zu PV-Anlage und Wallbox? Mit PV lädst du tagsüber möglichst mit eigenem Strom. Für den Rest aus dem Netz kann ein dynamischer Tarif sinnvoll sein, wenn du die Netzladung in günstige Stunden legen kannst. Rechne beides mit deinen Zahlen durch.

Hat der Stromtarif etwas mit der Wallbox-Förderung zu tun? Nein. Welche Förderungen es aktuell gibt, steht auf unserer Seite Wallbox-Förderung. Die Bundesförderung ist vorzeitig beendet.

Fazit

Den einen besten Autostrom-Tarif gibt es nicht. Entscheidend sind dein Ladeverbrauch, ob du flexibel laden kannst, ob ein Smart Meter verbaut ist und ob eine PV-Anlage am Dach ist. Vergleiche zuerst im Tarifkalkulator der E-Control, rechne dann mit den vier Schritten oben nach und entscheide erst danach über Umbauten wie einen zweiten Zähler.

Du planst die Wallbox erst noch? Achte darauf, dass sie steuerbar ist, damit du später einen dynamischen Tarif oder PV-Überschussladen nutzen kannst. Hol dir bis zu 3 kostenlose Angebote von Elektrikern aus deiner Region, die dich bei Auswahl und Installation beraten.

#stromtarif #kosten #vergleich

Bereit für dein Wallbox-Projekt? Hol dir bis zu 3 kostenlose Angebote.

Jetzt kostenlos anfragen

Weitere Beiträge

Jetzt kostenlose Angebote einholen

Vergleiche bis zu 3 Angebote von Elektrikern in deiner Nähe

Kostenlos Angebote anfragen

Echte Kundenstimmen

Was Kundinnen und Kunden sagen

Rückmeldungen von Haushalten, die über uns einen regionalen Elektrobetrieb bekommen haben.

Wallbox + PV-Anlage
„Zwei Angebote bekommen, in Ruhe verglichen, entschieden. Die Kombination aus PV-Anlage und Wallbox rechnet sich bei uns schon nach wenigen Jahren. Die Vermittlung war kostenlos und ohne Druck.“
E. Schoberleitner Klagenfurt
Wallbox
„Kurzes Formular ausgefüllt, Rückruf noch am selben Tag. Der Elektriker war pünktlich, die 11-kW-Wallbox lief nach drei Stunden. Preis wie im Angebot, keine Überraschungen.“
R. Steininger St. Pölten
Wallbox
„Firmenwagen elektrisch, also musste daheim eine Wallbox her. Vom Ausfüllen der Anfrage bis zur Montage vergingen keine zehn Tage. Regionaler Betrieb, faire Preise, alles ordentlich dokumentiert für den Arbeitgeber.“
N. Pichler-Maad Wels
Wallbox
„Anfrage am Sonntagabend gestellt, am Montag hatten sich schon zwei Elektriker aus dem 22. Bezirk gemeldet. Die Wallbox für unser E-Auto war zwei Wochen später montiert. Unkomplizierter geht's nicht.“
M. Hofstätter Wien
Wallbox + PV-Anlage
„Wir wollten eigentlich nur eine Wallbox, der vermittelte Betrieb hat uns dann eine kombinierte Lösung mit PV-Anlage durchgerechnet. Das Angebot war fair, die Beratung ehrlich, jetzt laden wir großteils mit eigenem Sonnenstrom.“
S. Brunnbauer Graz
Wallbox
„Ich hatte vorher selbst drei Firmen angerufen und nie einen Rückruf bekommen. Über die Plattform ging es innerhalb von zwei Tagen. Der Elektriker aus der Region kannte sich auch mit der Förderung aus und hat beim Antrag geholfen.“
K. Leitgeb Linz
Wallbox
„Bei uns in der Tiefgarage war die Installation nicht ganz trivial. Der vermittelte Betrieb hat sich mit der Hausverwaltung abgestimmt und alles sauber gelöst. Genau dafür braucht man einen Profi aus der Region.“
T. Gruber-Painsi Innsbruck
Frage 1 von 5Schritt 1 von 6

Um was für ein Gebäude geht es?

Kostenlose Angebote