Wallbox beim Netzbetreiber anmelden: So geht's in Österreich

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anmeldung nach Netzbetreiber.

Kurz & knapp

  • In Österreich ist fast jede Wallbox meldepflichtig: Ab einer Leistung von 3,68 kVA (also jede normale 11- oder 22-kW-Wallbox) muss die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber gemeldet werden.
  • Bis 11 kW ist das in den allermeisten Fällen problemlos. Ab 22 kW (bzw. ab 10 kVA Gesamt-Ladeleistung) darf der Netzbetreiber den Anschluss prüfen und bei Netzengpässen aussetzen, mit schriftlicher Begründung binnen vier Wochen.
  • Die Meldung übernimmt dein konzessionierter Installateur. Du unterschreibst meist nur die Vollmacht.
  • Welcher Netzbetreiber? Steht auf deiner Stromrechnung. Achtung: Linz, Graz, Klagenfurt und Innsbruck haben einen eigenen Stadt-Netzbetreiber.

In Österreich ist praktisch jede Wallbox beim zuständigen Netzbetreiber meldepflichtig. Maßgeblich ist die Leistung: Ab 3,68 kVA (das trifft auf jede fest installierte 11- oder 22-kW-Wallbox zu) muss die Ladeeinrichtung gemeldet werden. Bis 11 kW ist die Meldung in den meisten Fällen problemlos. Ab 22 kW (bzw. ab 10 kVA Gesamt-Ladeleistung im Haushalt) darf der Netzbetreiber den Anschluss zusätzlich prüfen.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen erledigt dein Installateur die Anmeldung für dich. Hier erfährst du, wie der Prozess abläuft und was du wissen musst. Den vollständigen Ablauf der Wallbox-Installation findest du auf unserer Hauptseite.

Anmeldung vs. Genehmigung — der Unterschied

Viele verwechseln Anmeldung und Genehmigung. Anders als oft behauptet gibt es in Österreich keine feste "ab X Kilowatt"-Genehmigungsgrenze. Es gilt diese Regel:

Bis 11 kW — Meldung

Einfach & schnell

  • Reines Melden der Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber
  • 11 kW dreiphasig meist ohne Netzverstärkung möglich
  • Wird nicht wegen der Leistung abgelehnt
  • Reine Meldung meist kostenlos
  • Meldepflicht gilt ab 3,68 kVA
Ab 22 kW — Prüfung möglich

Netzbetreiber prüft

  • Meldung weiterhin nötig, plus Beurteilung durch den Netzbetreiber
  • Ab 10 kVA Gesamtleistung mögliches Aussetzungsrecht des Netzbetreibers
  • Aussetzung nur mit schriftlicher Begründung binnen 4 Wochen
  • Oft Lösung über Drosselung auf 11 kW oder Lastmanagement
  • Kosten nur bei nötiger Leistungserhöhung

Mehr dazu auf unserer Seite Wallbox Genehmigung Österreich sowie im Vergleich 11 kW vs. 22 kW.

Die Netzbetreiber in Österreich und ihre Meldewege

Je nachdem wo du wohnst, ist ein anderer Netzbetreiber zuständig. Eine vollständige Übersicht aller Netzbetreiber findest du bei der E-Control. Hier die wichtigsten Netzbetreiber, ihre Versorgungsgebiete und wo die Meldung läuft. In der Praxis reicht der Elektriker die Meldung für dich ein.

Netzbetreiber Versorgungsgebiet Meldung läuft über
Wiener Netze Wien (plus Teile NÖ/Bgld) Elektriker; Info: wienernetze.at
Netz Niederösterreich Niederösterreich Kundenportal Netz NÖ
Netz Oberösterreich Oberösterreich (außer Stadt Linz) Anlagenänderung Strom
LINZ NETZ Stadt Linz und Umland linznetz.at (Online-Meldewesen)
Energienetze Steiermark Steiermark (außer Stadt Graz) Meldung E-Ladestation
Stromnetz Graz Stadt Graz und Umland Elektriker; stromnetz-graz.at
Salzburg Netz Salzburg Online-Meldewesen (Elektriker)
TINETZ (Tiroler Netze) Tirol (außer Stadt Innsbruck) Elektriker (Datenblatt); tinetz.at
IKB Stadt Innsbruck und Umland Elektriker (Datenblatt); ikb.at
KNG-Kärnten Netz Kärnten (außer Stadt Klagenfurt) Online-Meldewesen
Vorarlberger Energienetze Vorarlberg Anschlussanfrage
Netz Burgenland Burgenland Netz Kundenportal
📍

Achtung Stadt-Netzbetreiber

Vier große Städte haben einen eigenen Netzbetreiber, nicht den des Bundeslandes: Linz (LINZ NETZ statt Netz OÖ), Graz (Stromnetz Graz statt Energienetze Steiermark), Klagenfurt (Energie Klagenfurt statt Kärnten Netz) und Innsbruck (IKB statt TINETZ). Wer hier wohnt, meldet beim Stadt-Netzbetreiber.

💡

Welcher Netzbetreiber bin ich?

Dein zuständiger Netzbetreiber steht auf deiner Stromrechnung (oft unter "Netzbetreiber" oder "Netznutzung"). Dein Installateur kennt die Meldewege der Region und erledigt die Meldung in den meisten Fällen für dich, das gehört zum Standard-Service.

Anmeldung Schritt für Schritt

So läuft die Anmeldung deiner Wallbox beim Netzbetreiber ab, in 5 einfachen Schritten:

1

Installateur beauftragen

Such dir einen qualifizierten Elektriker in deiner Nähe. Er übernimmt die gesamte Abwicklung, von der Planung bis zur Anmeldung.

2

Installateur meldet beim Netzbetreiber

Dein Elektriker reicht die Meldung über das Meldewesen bzw. Portal des zuständigen Netzbetreibers ein. Du musst in der Regel nur eine Vollmacht unterschreiben.

3

Netzbetreiber prüft (bei höherer Leistung)

Ab 10 kVA Gesamt-Ladeleistung kann der Netzbetreiber die Netzverträglichkeit prüfen, also ob das lokale Stromnetz die zusätzliche Belastung verkraftet. Bei einer 11-kW-Wallbox ist das meist nicht nötig.

4

Bestätigung erhalten

Du bzw. dein Elektriker erhält die Rückmeldung des Netzbetreibers. Will dieser den Anschluss ab 10 kVA aussetzen, muss er das binnen vier Wochen schriftlich begründen. Bis 11 kW wird in der Praxis oft parallel gearbeitet.

5

Installation und Inbetriebnahme

Dein Elektriker installiert die Wallbox. Nach der Installation wird die fertige Anlage beim Netzbetreiber als in Betrieb gemeldet.

Dauer und Kosten der Anmeldung

⏱️

Wie lange dauert es?

  • Die meisten Netzbetreiber nennen keine fixe Bearbeitungsdauer
  • Reine Meldung (bis 11 kW): wird in der Praxis zügig bearbeitet
  • Prüfung ab 10 kVA: gesetzliche 4-Wochen-Frist für die schriftliche Begründung einer Aussetzung
💰

Was kostet es?

  • Reine Meldung: bei den meisten Netzbetreibern kostenlos
  • Bei Leistungserhöhung: Netzbereitstellungsentgelt pro zusätzlichem kW
  • Beispiele: Linz Netz 226,63 € exkl. USt/kW, Salzburg Netz 352,36 € inkl. USt/kW

Was passiert, wenn ich nicht melde?

Eine nicht gemeldete Wallbox ist in Österreich nicht zulässig. Die Konsequenzen können empfindlich sein:

!

Versicherungsprobleme

Bei einem Schaden (Brand, Kurzschluss) kann deine Gebäudeversicherung die Leistung verweigern, wenn die Wallbox nicht ordnungsgemäß gemeldet war.

!

Stilllegung durch Netzbetreiber

Der Netzbetreiber kann eine nicht gemeldete Ladestation stilllegen lassen, das bedeutet kein Laden mehr, bis die Meldung nachgeholt ist.

!

Haftungsrisiko

Wenn deine nicht gemeldete Wallbox Netzprobleme verursacht (z.B. Spannungsschwankungen bei Nachbarn), kannst du haftbar gemacht werden.

Fazit: Die Meldung ist schnell erledigt, kostet meist nichts und schützt dich vor ernsthaften Problemen. Dein Installateur erledigt das in der Regel als Teil des Auftrags.

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Quellen & weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Muss ich meine Wallbox selbst beim Netzbetreiber anmelden?

Nein, in der Regel erledigt dein Installateur die Anmeldung für dich. Er kennt die Formulare und das Meldewesen des jeweiligen Netzbetreibers. Du musst meist nur die Vollmacht unterschreiben, den Rest übernimmt der Elektriker.

Ab welcher Leistung muss ich meine Wallbox anmelden?

In Österreich ist jede Ladeeinrichtung ab einer Leistung von 3,68 kVA meldepflichtig. Das geht aus den Technischen und Organisatorischen Regeln (TOR) der E-Control hervor und betrifft praktisch jede fest installierte 11- oder 22-kW-Wallbox. Ein mobiles Ladekabel an einer normalen Schuko-Steckdose ist davon ausgenommen.

Braucht eine 22-kW-Wallbox eine Genehmigung?

Eine feste Genehmigungsgrenze gibt es in Österreich nicht. Ab 10 kVA Gesamt-Ladeleistung in der Kundenanlage darf der Netzbetreiber den Anschluss aber prüfen und bei begründeten Netzengpässen vorübergehend aussetzen. Diese Aussetzung muss er innerhalb von vier Wochen schriftlich begründen. In der Praxis wird dann oft eine Drosselung auf 11 kW vereinbart, etwa über ein Lastmanagement.

Was passiert wenn ich die Wallbox nicht anmelde?

Eine nicht gemeldete Wallbox kann im Schadensfall zu Problemen mit der Versicherung führen. Außerdem kann der Netzbetreiber bei Netzproblemen eine nicht gemeldete Anlage stilllegen. Die Meldung ist in Österreich verpflichtend.

Kostet die Anmeldung beim Netzbetreiber etwas?

Die reine Meldung der Wallbox ist bei den meisten Netzbetreibern kostenlos. Kosten fallen vor allem dann an, wenn die Anschlussleistung erhöht werden muss. Dann verrechnet der Netzbetreiber ein Netzbereitstellungsentgelt pro zusätzlichem Kilowatt, zum Beispiel Linz Netz mit 226,63 Euro exkl. USt oder Salzburg Netz mit 352,36 Euro inkl. USt je kW.

Wie lange dauert die Anmeldung?

Die meisten Netzbetreiber nennen keine fixe Bearbeitungsdauer. Eine reine Meldung (bis 11 kW) wird in der Praxis zügig bearbeitet. Will der Netzbetreiber den Anschluss ab 10 kVA Gesamtleistung prüfen oder aussetzen, gilt eine gesetzliche Frist von vier Wochen für seine schriftliche Begründung.

Welcher Netzbetreiber ist für mich zuständig?

Dein zuständiger Netzbetreiber steht auf deiner Stromrechnung (oft unter Netzbetreiber oder Netznutzung). Pro Bundesland gibt es einen großen Netzbetreiber. Wichtig: Die Städte Linz, Graz, Klagenfurt und Innsbruck haben einen eigenen Stadt-Netzbetreiber (LINZ NETZ, Stromnetz Graz, Energie Klagenfurt und IKB), nicht den des Bundeslandes.

Kann der Netzbetreiber meine Wallbox ablehnen?

Eine reine Meldung bis 11 kW wird nicht wegen der Leistung abgelehnt. Bei höherer Leistung kann der Netzbetreiber den Anschluss bei echten Netzengpässen vorübergehend aussetzen, muss das aber innerhalb von vier Wochen schriftlich begründen. In der Praxis passiert das selten, meist wird stattdessen eine Drosselung auf 11 kW vereinbart.

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