11 kW oder 22 kW Wallbox — Kosten, Ladezeit & Empfehlung
Kostenvergleich, Ladezeiten und klare Empfehlung für Österreich.
Die Wahl zwischen 11 kW und 22 kW ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Wallbox-Kauf. Der Preisunterschied beträgt typischerweise €400–€800 — aber ob sich die Mehrkosten lohnen, hängt vor allem von deinem Auto ab.
In diesem Vergleich findest du alle Fakten: Kosten, Ladezeiten, Genehmigungspflicht und eine klare Empfehlung. Die Gesamtkosten einer Wallbox hängen natürlich von weiteren Faktoren ab — hier konzentrieren wir uns auf den Leistungsunterschied.
Kurzfassung: 11 kW vs. 22 kW
Mehrkosten 22 kW
+€400–€800
Zeitvorteil (60 kWh)
~3 Stunden
Unsere Empfehlung
11 kW
Vergleichstabelle: 11 kW vs. 22 kW Wallbox
Hier siehst du die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick. Der Kostenunterschied beim Gerät ist überschaubar — aber bei Genehmigung und Hausanschluss gibt es wesentliche Unterschiede.
| Eigenschaft | 11 kW | 22 kW |
|---|---|---|
| Ladedauer (60 kWh Akku) | ~5,5 Stunden | ~2,7 Stunden |
| Gerätekosten | €600–€1.200 | €900–€2.000 |
| Genehmigung nötig? | Nein (nur Anmeldung) | Ja (Netzbetreiber) |
| Hausanschluss | 16A Drehstrom | 32A Drehstrom |
| Kabelquerschnitt | 5×4 mm² (günstiger) | 5×6 mm² (teurer) |
| Stromkosten pro kWh | Gleich | Gleich |
Die Stromkosten sind bei beiden Varianten identisch — du lädst nur schneller, nicht teurer. Der Preis pro kWh hängt von deinem Stromtarif ab, nicht von der Wallbox-Leistung.
Ladezeit-Vergleich: Beliebte E-Autos an 11 kW vs. 22 kW
Die tatsächliche Ladezeit hängt nicht nur von der Wallbox ab, sondern vor allem vom eingebauten Onboard-Charger deines E-Autos. Hier siehst du konkrete Ladezeiten für beliebte Modelle in Österreich — jeweils von 10% auf 80% geladen.
| E-Auto | Max. AC-Laden | An 11 kW | An 22 kW |
|---|---|---|---|
| Tesla Model 3 (60 kWh) | 11 kW | ~3,8 h | ~3,8 h (kein Vorteil) |
| VW ID.3 Pro (58 kWh) | 11 kW | ~3,7 h | ~3,7 h (kein Vorteil) |
| Hyundai Ioniq 5 (77 kWh) | 11 kW | ~4,9 h | ~4,9 h (kein Vorteil) |
| Renault Megane E-Tech (60 kWh) | 22 kW | ~3,8 h | ~1,9 h |
| BMW iX (105 kWh) | 22 kW | ~6,7 h | ~3,3 h |
| Mercedes EQE (90 kWh) | 22 kW | ~5,7 h | ~2,9 h |
Wichtig zu wissen
Die meisten in Österreich verkauften E-Autos laden mit maximal 11 kW AC. Nur wenige Premium-Modelle (Renault Megane E-Tech, BMW iX, Mercedes EQE/EQS) nutzen die vollen 22 kW. Prüfe vor dem Kauf, wie schnell dein Auto AC laden kann.
Kostenunterschied: Was kostet 22 kW wirklich mehr?
Der Aufpreis für eine 22-kW-Installation setzt sich aus mehreren Posten zusammen. Hier die typischen Mehrkosten gegenüber einer 11-kW-Lösung:
Aufschlüsselung der Mehrkosten
- - Wallbox (Gerät): €200–€500 Aufpreis. Während gute 11-kW-Wallboxen ab €600 erhältlich sind, starten 22-kW-Modelle bei ca. €900.
- - Kabel: €50–€150 Mehrkosten. Für 22 kW brauchst du ein dickeres Kabel (5×6 mm² statt 5×4 mm²). Bei langen Wegen summiert sich das.
- - Absicherung: €50–€100 Mehrkosten. Die Absicherung muss von 16A auf 32A ausgelegt werden. In manchen Fällen muss auch der Hausanschluss angepasst werden.
- - Arbeitszeit: Kaum Unterschied. Die Installation selbst dauert ähnlich lang — lediglich die Genehmigung beim Netzbetreiber kostet Zeit (2–6 Wochen Wartezeit).
11 kW — Beispielrechnung
- Wallbox (z.B. go-e Charger)€700
- Kabel 15 m (5×4 mm²)€250
- FI-Schalter + Absicherung€300
- Arbeitszeit (4 h)€400
- Kleinmaterial€100
22 kW — Beispielrechnung
- Wallbox (z.B. KEBA P30)€1.100
- Kabel 15 m (5×6 mm²)€350
- FI-Schalter + Absicherung€380
- Arbeitszeit (4,5 h)€450
- Kleinmaterial€100
Differenz: ca. €630 — wobei beide Varianten die gleiche Bundesförderung von €600 erhalten.
Genehmigungspflicht in Österreich: 11 kW vs. 22 kW
In Österreich gelten unterschiedliche Regeln je nach Ladeleistung. Das ist ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung — denn die Genehmigung für 22 kW kann den Installationsprozess deutlich verzögern.
Nur Anmeldung nötig
- ✓ Online-Anmeldung beim Netzbetreiber
- ✓ Keine Wartezeit — sofort installierbar
- ✓ Formular dauert 10–15 Minuten
- ✓ Dein Installateur erledigt das meist mit
Genehmigung erforderlich
- → Antrag beim Netzbetreiber einreichen
- → Wartezeit: 2–6 Wochen
- → Netzbetreiber prüft Netzkapazität
- → In Gebieten mit schwachem Netz: Ablehnung möglich
Mehr Details zur Anmeldung und Genehmigung findest du auf unserer Seite Wallbox Genehmigung in Österreich. Dort erklären wir auch, welche Unterlagen du brauchst und wie der Prozess bei den einzelnen Netzbetreibern abläuft.
Welche E-Autos profitieren wirklich von 22 kW?
Bevor du dich für eine 22-kW-Wallbox entscheidest, prüfe unbedingt die maximale AC-Ladeleistung deines Autos. Viele Hersteller verbauen nur einen 11-kW-Onboard-Charger — dann bringt die teurere Wallbox keinen Vorteil.
Laden nur mit 11 kW AC
- - Tesla Model 3 / Model Y
- - VW ID.3 / ID.4 / ID.5
- - Hyundai Ioniq 5 / Ioniq 6
- - Kia EV6 / Niro EV
- - BMW iX1 / iX3
- - Skoda Enyaq
Laden mit 22 kW AC
- - Renault Megane E-Tech / Scenic
- - BMW iX (ab xDrive50)
- - Mercedes EQE / EQS
- - Porsche Taycan
- - Audi e-tron GT
- - Peugeot e-308 / e-3008
Wie du siehst: Die meisten Volumenhersteller setzen auf 11 kW. Vor allem französische Hersteller (Renault, Peugeot) und deutsche Premium-Marken verbauen 22-kW-Charger. Einen umfassenden Vergleich aktueller Wallbox-Modelle findest du auf unserer Wallbox-Vergleichsseite.
Unsere Empfehlung: 11 kW oder 22 kW?
Für die meisten Haushalte in Österreich ist eine 11-kW-Wallbox die beste Wahl. Hier unsere Entscheidungshilfe:
Nimm 11 kW, wenn...
...du ein einzelnes E-Auto hast, das über Nacht lädt. Bei 8–10 Stunden Standzeit ist selbst ein großer 80-kWh-Akku morgens voll. Das trifft auf >90% der Privatnutzer zu.
Nimm 11 kW, wenn dein Auto nur 11 kW kann
Tesla, VW, Hyundai, Kia, Skoda — alle laden maximal mit 11 kW AC. Eine 22-kW-Wallbox wäre rausgeworfenes Geld.
22 kW lohnt sich bei...
...mehreren E-Autos, die abwechselnd laden müssen. Oder bei gewerblicher Nutzung, wenn das Auto tagsüber schnell wieder verfügbar sein muss. Auch sinnvoll bei Autos mit 22-kW-Onboard-Charger, die regelmäßig schnell geladen werden müssen.
Zukunftssicherheit?
Falls du dir eine 22-kW-Option offen halten willst: Lass ein dickeres Kabel (5×6 mm²) verlegen, aber installiere vorerst eine 11-kW-Wallbox. So sparst du jetzt Geld und kannst später upgraden. Die Mehrkosten für das dickere Kabel betragen nur €50–€150.
Jetzt Wallbox-Angebot einholen — egal ob 11 kW oder 22 kW
Vergleiche bis zu 3 Angebote von Elektrikern in deiner Nähe — kostenlos und unverbindlich
Kostenlos Angebote anfragenWallbox-Angebot anfragen
Du weißt jetzt, welche Leistung zu dir passt. Hole dir ein konkretes Angebot für deine Situation — kostenlos und unverbindlich.
Quellen & weiterführende Informationen
- E-Control — Netzbetreiber-Übersicht und Tarifkalkulator (Stand: März 2026)
- umweltfoerderung.at — Förderung für E-Ladeinfrastruktur (11 kW und 22 kW) (Stand: März 2026)
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Genehmigung für eine 22-kW-Wallbox?
Ja, in Österreich ist eine 22-kW-Wallbox genehmigungspflichtig. Du musst einen Antrag beim zuständigen Netzbetreiber stellen und die Genehmigung abwarten — das dauert in der Regel 2–6 Wochen. Eine 11-kW-Wallbox muss nur angemeldet werden, was deutlich einfacher und schneller geht.
Ist eine 22-kW-Wallbox immer schneller als eine 11-kW-Wallbox?
Nein, nur wenn dein E-Auto auch mit mehr als 11 kW AC laden kann. Viele gängige Modelle (VW ID.3, Hyundai Ioniq 5, BMW iX1) laden maximal mit 11 kW. In diesem Fall bringt eine 22-kW-Wallbox keinen Zeitvorteil — sie kostet nur mehr.
Kann ich eine 22-kW-Wallbox auf 11 kW drosseln?
Ja, die meisten 22-kW-Wallboxen lassen sich per App oder Einstellung auf 11 kW begrenzen. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Wallbox für ein zukünftiges Auto mit höherer Ladeleistung vorbereiten willst. Du brauchst trotzdem die Genehmigung für 22 kW.
Was kostet der Unterschied zwischen 11 kW und 22 kW insgesamt?
Rechne mit Mehrkosten von €400–€800 für die 22-kW-Variante. Das umfasst die teurere Wallbox (€200–€500 mehr), das dickere Kabel (5×6 mm² statt 5×4 mm²) und die eventuell nötige Absicherung mit 32A statt 16A. Die Installationskosten sind ähnlich.