Wallbox Vorbereitung im Neubau: Leerverrohrung & Co.
Leerrohr, Stromkreis und Kosten in der Bauphase vorbereiten.
Du planst einen Neubau? Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, die Wallbox vorzubereiten. Denn eine nachträgliche Installation kostet 2–3x so viel wie die Vorbereitung während der Bauphase.
Auch wenn du noch kein E-Auto hast — ein Leerrohr legen kostet im Neubau fast nichts und spart dir später tausende Euro. Hier erfährst du, was du vorbereiten musst. Den vollständigen Ablauf der Wallbox-Installation findest du auf unserer Hauptseite.
Kosten im Vergleich
Vorbereitung im Neubau
€200–€500
Nachrüstung
€800–€1.500
Ersparnis
bis 70%
Warum jetzt vorbereiten?
Die Vorbereitung einer Wallbox-Installation ist während der Bauphase extrem günstig — weil die Wände ohnehin offen sind und der Elektriker sowieso vor Ort ist. Nachträglich müssen Schlitze geklopft, Wände aufgestemmt und Kabelkanäle verlegt werden.
Leerrohr jetzt = keine Aufstemmarbeiten später
Ein Leerrohr vom Technikraum zur Garage kostet im Neubau €50–€100 Material. Nachträglich eine Leitung durch fertige Wände und Decken zu ziehen kostet schnell €500–€1.000 — plus Malerarbeiten.
Stromkreis reservieren kostet fast nichts
Wenn der Sicherungskasten ohnehin geplant wird, ist ein zusätzlicher Platz für den Wallbox-Stromkreis und den FI-Schalter nur ein kleiner Aufpreis.
Immobilienwert steigt
Eine vorbereitete Ladeinfrastruktur wird bei Immobilienbewertungen zunehmend als Pluspunkt gewertet — ähnlich wie ein Glasfaseranschluss.
Was muss vorbereitet werden?
Hier die vollständige Liste aller Vorbereitungen, die du in deinen Neubau einplanen solltest:
Leerrohr (Leerverrohrung)
Das Leerrohr ist die wichtigste Vorbereitung — und die günstigste. Es verbindet den Sicherungskasten (bzw. Technikraum) mit dem geplanten Wallbox-Standort.
- ✓ Durchmesser: Mindestens DN 40, besser DN 50 (damit auch dickere Kabel für 22 kW passen)
- ✓ Material: Flexibles Wellrohr (PVC oder PP) — günstig und einfach zu verlegen
- ✓ Weg: Vom Verteiler/Technikraum zur Garage oder zum Stellplatz
- ✓ Tipp: Einzugsdraht einlegen, damit das Kabel später einfach durchgezogen werden kann
Eigener Stromkreis im Sicherungskasten
Reserviere im Sicherungskasten einen eigenen Stromkreis für die Wallbox — das ist Vorschrift und verhindert, dass die Wallbox andere Verbraucher beeinflusst.
- ✓ Absicherung: 3-phasig, 16A (für 11 kW) oder 32A (für 22 kW)
- ✓ Empfehlung: Gleich 32A vorsehen — dann bist du flexibel
- ✓ Platz: Mind. 6 Modulplätze reservieren (Leitungsschutzschalter + FI)
FI-Schalter Typ B vorsehen
Laut den OVE-Normen brauchst du für die Wallbox einen FI-Schalter Typ B (oder Typ A-EV, je nach Wallbox-Modell). Wenn der Verteiler geplant wird, ist ein zusätzlicher Platz dafür fast kostenlos.
- ✓ Platz im Verteiler reservieren (2–4 Module)
- ✓ Kann jetzt schon eingebaut werden (€150–€300) oder später nachgerüstet werden
Erdung & Montageplatte
- ✓ Erdungsanschluss: Am geplanten Wallbox-Standort eine Erdungsleitung vorsehen
- ✓ Montagefläche: Verstärkte Wand oder Befestigungspunkte am Stellplatz (mind. 60 x 80 cm)
- ✓ Höhe: 80–120 cm über dem Boden (Standard für Wallbox-Montage)
Kosten der Vorbereitung vs. Nachrüstung
Vorbereitung im Neubau
- Leerrohr DN 50 (15 m)€50–€100
- Verlegung im Rohbau€50–€100
- Stromkreis reservieren€50–€100
- Erdung + Montageplatte€50–€100
- FI-Schalter-Platz€0–€50
Nachträgliche Installation
- Kabelweg stemmen/bohren€300–€600
- Kabel verlegen (15 m)€200–€400
- Sicherungskasten anpassen€100–€300
- Malerarbeiten/Verputz€100–€200
- FI-Schalter nachrüsten€150–€300
Hinweis: Die Kosten für die Wallbox selbst (€600–€1.200) und die Montage kommen in beiden Fällen noch dazu. Den kompletten Kostenüberblick findest du auf unserer Seite Wallbox Kosten.
Checkliste für den Bauherren
Drucke diese Checkliste aus und gib sie deinem Architekten oder Elektroplaner:
Wallbox-Vorbereitung — Auftrag an den Elektroplaner
EU-Gebäuderichtlinie: Was gilt für Neubauten?
Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) schreibt vor, dass Neubauten mit mehr als 10 Stellplätzen eine Ladeinfrastruktur-Vorbereitung haben müssen. Das betrifft vor allem Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Bauten.
Was schreibt die Richtlinie vor?
- → Wohngebäude (>10 Stellplätze): Leerverrohrung für jeden Stellplatz
- → Nicht-Wohngebäude (>10 Stellplätze): Mind. 1 Ladepunkt + Leerverrohrung für 20% der Stellplätze
- → Einfamilienhäuser: Keine gesetzliche Pflicht — aber dringend empfohlen
Unser Rat
Auch wenn du als Einfamilienhaus-Bauherr nicht gesetzlich verpflichtet bist: Die Vorbereitung kostet so wenig, dass es schlicht keinen Grund gibt, sie wegzulassen. In 5–10 Jahren wird eine Ladestation so selbstverständlich sein wie ein Garagentorantrieb.
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Quellen & weiterführende Informationen
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Wallbox-Vorbereitung im Neubau?
Die Vorbereitung im Neubau (Leerrohr, Stromkreis reservieren, Erdung) kostet typischerweise €200–€500. Zum Vergleich: Eine nachträgliche Installation kostet €800–€1.500 für die gleiche Leistung — du sparst also mindestens die Hälfte.
Welches Leerrohr brauche ich für die Wallbox?
Mindestens DN 40 (40 mm Innendurchmesser), besser DN 50. Das Rohr muss vom Sicherungskasten/Technikraum bis zum geplanten Stellplatz reichen. Verwende ein flexibles Wellrohr (Leerrohr) — das ist günstig und einfach zu verlegen.
Soll ich schon eine Wallbox im Neubau installieren?
Wenn du bereits ein E-Auto hast oder eines planst: Ja, installiere die Wallbox gleich mit. Wenn nicht: Leg zumindest die Leerverrohrung und den Stromkreis. Die Wallbox selbst kannst du jederzeit nachrüsten — das Leerrohr nachträglich nicht.
Was muss ich dem Architekten/Elektroplaner sagen?
Sag deinem Planer: Ich brauche ein Leerrohr DN 50 vom Verteiler zum Stellplatz, einen reservierten 3-phasigen Stromkreis (16A, besser 32A), einen FI-Schalter-Platz Typ B, und eine verstärkte Montagefläche am Stellplatz. Am besten gibst du ihm diese Checkliste.