Wallbox Installation: Technische Voraussetzungen im Überblick

Checkliste für Starkstrom, FI-Schalter und Kabelquerschnitt.

Bevor du eine Wallbox installieren lässt, solltest du prüfen, ob dein Zuhause die technischen Voraussetzungen erfüllt. Die gute Nachricht: In den meisten Einfamilienhäusern ist bereits alles vorhanden oder lässt sich problemlos nachrüsten.

In dieser Checkliste erfährst du, was du brauchst — und was es kostet, wenn etwas fehlt. Einen vollständigen Überblick über den Ablauf der Wallbox-Installation findest du auf unserer Hauptseite.

Checkliste: Bist du bereit für die Wallbox?

Drehstromanschluss (400V, 3-phasig) vorhanden?
Ausreichende Absicherung im Sicherungskasten (16A für 11 kW, 32A für 22 kW)?
FI-Schalter Typ B vorhanden oder nachrüstbar?
Kabelweg vom Sicherungskasten zum Stellplatz realistisch?
Erdungsanlage vorhanden?
Ausreichend Platz für die Wallbox-Montage (mind. 60 cm breit, 80 cm hoch)?

Starkstrom (Drehstrom 400V) — das Fundament jeder Wallbox

Die wichtigste Voraussetzung für eine leistungsfähige Wallbox ist ein Drehstromanschluss — umgangssprachlich auch Starkstrom genannt. Damit sind 400 Volt gemeint, die über drei Phasen geliefert werden. Das ist der Standard für Wallboxen mit 11 kW oder 22 kW Ladeleistung.

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So erkennst du Drehstrom

  • E-Herd funktioniert? Dann hast du Drehstrom im Haus
  • Im Sicherungskasten: 3-polige Sicherungsautomaten sichtbar
  • CEE-Steckdose (rot, rund, 5-polig) in der Garage vorhanden

Kein Starkstrom vorhanden?

Fast alle Häuser in Österreich, die nach 1970 gebaut wurden, haben einen Drehstromanschluss. Bei älteren Gebäuden kann es sein, dass nur Wechselstrom (230V, 1-phasig) anliegt — aber auch hier ist eine Nachrüstung in den allermeisten Fällen möglich.

FI-Schalter Typ B — Pflicht für jede Wallbox

Gemäß den OVE-Normen für Elektrotechnik braucht jede Wallbox in Österreich einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) Typ B oder zumindest Typ A-EV. Dieser schützt vor Gleichstromfehlern, die beim Laden eines E-Autos auftreten können — ein normaler FI-Schalter Typ A reicht dafür nicht aus.

FI-Typ Schutz Für Wallbox geeignet? Kosten
Typ A Nur Wechselstrom-Fehler Nein €30–€60
Typ A-EV Wechsel- + DC 6 mA Erkennung Ja (wenn Wallbox DC-Schutz hat) €80–€150
Typ B Wechsel- + Gleichstrom-Fehler Ja (immer) €150–€300
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Tipp: Integriert oder extern?

Viele moderne Wallboxen (z.B. go-e Charger, Fronius Wattpilot) haben bereits einen DC-Fehlerstromschutz integriert. In diesem Fall reicht ein günstigerer externer FI-Schalter Typ A-EV. Ein externer Typ B kostet zwar mehr, funktioniert aber mit jeder Wallbox — auch bei einem späteren Modellwechsel.

Kabelquerschnitt — das richtige Kabel für deine Wallbox

Der Kabelquerschnitt muss zur Ladeleistung passen. Ein zu dünnes Kabel kann sich überhitzen und ist ein Sicherheitsrisiko. Dein Installateur wählt das passende Kabel — hier die Richtwerte:

11 kW Wallbox

Kabel: 5 x 2,5 mm² bis 5 x 6 mm²

  • 5 x 2,5 mm² bei kurzen Wegen (<15 m)
  • 5 x 4 mm² Standard-Empfehlung
  • 5 x 6 mm² bei langen Wegen (>25 m) oder für späteres Upgrade auf 22 kW
  • Absicherung: 16A 3-polig
22 kW Wallbox

Kabel: 5 x 6 mm² bis 5 x 10 mm²

  • 5 x 6 mm² bei kurzen Wegen (<15 m)
  • 5 x 10 mm² bei längeren Wegen (>15 m)
  • Dickeres Kabel = höhere Materialkosten
  • Absicherung: 32A 3-polig

Unser Tipp: Wenn du dir unsicher bist ob du später auf 22 kW upgraden willst, lass gleich ein 5 x 6 mm² Kabel verlegen. Die Mehrkosten betragen nur €50–€150 — und du sparst dir die komplette Neuverlegung. Mehr zur Frage 11 kW vs. 22 kW findest du auf unserer Vergleichsseite.

Sicherungskasten — wann reicht der bestehende?

Eine Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis im Sicherungskasten — das ist Vorschrift. In vielen Haushalten ist genug Platz vorhanden. Wann wird es eng?

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Sicherungskasten reicht meistens, wenn...

...dein Haus nach 1990 gebaut wurde und der Kasten mindestens 3 freie Plätze hat. Moderne Verteilungen haben oft 36–48 Modulplätze — mehr als genug für eine Wallbox.

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Erweiterung nötig, wenn...

...der Kasten voll belegt ist oder noch eine alte Schraubsicherungs-Verteilung (vor ~1980) verbaut ist. Eine Erweiterung oder ein neuer Unterverteiler kostet €300–€800. In seltenen Fällen muss der ganze Kasten erneuert werden (€1.000–€2.000).

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Hausanschluss beachten

Zusätzlich muss der Hausanschluss genug Leistung liefern. Bei einem Standard-Hausanschluss mit 3 x 35A (ca. 24 kW) kann eine 11-kW-Wallbox knapp werden, wenn gleichzeitig Herd, Durchlauferhitzer und Wallbox laufen. Dein Installateur prüft das.

Was wenn Voraussetzungen nicht erfüllt sind?

Keine Sorge — fast alles lässt sich nachrüsten. Hier eine Übersicht der typischen Nachrüstkosten:

Maßnahme Kosten Dauer
Starkstrom nachrüsten €500–€1.500 1–2 Tage
FI-Schalter Typ B einbauen €150–€300 1–2 Stunden
Sicherungskasten erweitern €300–€800 ½ Tag
Sicherungskasten komplett erneuern €1.000–€2.000 1 Tag
Kabelweg verlegen (10–20 m) €300–€600 ½ Tag
Erdung herstellen €200–€500 2–4 Stunden

Die genauen Kosten hängen von deiner individuellen Situation ab. Einen detaillierten Kostenüberblick findest du auf unserer Seite Wallbox Installationskosten.

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Gut zu wissen

In vielen Fällen übernimmt ein konzessionierter Installateur — zu finden über die WKO Elektrotechnik-Innung — die Prüfung aller Voraussetzungen im Rahmen der Vor-Ort-Besichtigung. Das ist bei den meisten Anbietern kostenlos und unverbindlich. So weißt du genau, was gemacht werden muss — und was es kostet.

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Quellen & weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich zwingend Starkstrom für eine Wallbox?

Nicht zwingend — es gibt 1-phasige Wallboxen, die an normalen 230V laufen. Allerdings laden diese nur mit 3,7 kW, was für eine volle Ladung 12–16 Stunden bedeutet. Für komfortables Laden empfehlen wir einen Drehstromanschluss (400V, 3-phasig) mit mindestens 16A Absicherung.

Wie erkenne ich ob mein Sicherungskasten ausreicht?

Schau nach, ob ein freier Platz für einen 3-poligen Leitungsschutzschalter (16A oder 32A) vorhanden ist und ob ein FI-Schalter Typ B verbaut oder nachrüstbar ist. Im Zweifelsfall lässt du das am besten von einem Elektriker vor Ort prüfen — die meisten bieten das im Rahmen eines Kostenvoranschlags kostenlos an.

Was kostet es, fehlende Voraussetzungen nachzurüsten?

Das hängt von der Ausgangssituation ab. Ein Starkstrom-Anschluss nachrüsten kostet €500–€1.500, ein neuer FI-Schalter Typ B €150–€300, und eine Sicherungskasten-Erweiterung €300–€800. In Summe liegen die Nachrüstkosten typischerweise bei €500–€2.000.

Kann mein Installateur alle Voraussetzungen prüfen?

Ja, ein qualifizierter Elektriker prüft bei der Vor-Ort-Besichtigung alle technischen Voraussetzungen: Absicherung, FI-Schalter, Kabelwege, Erdung und Montagemöglichkeit. Das ist der beste Weg, um Überraschungen bei der Installation zu vermeiden.

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