Wallbox als Mieter: Rechte & Möglichkeiten in Österreich
Vermieter-Zustimmung, Kostenaufteilung und Alternativen.
Ja, als Mieter kannst du eine Wallbox installieren lassen — aber du brauchst die Zustimmung deines Vermieters. Anders als Wohnungseigentümer hast du als Mieter kein automatisches Recht auf eine Ladestation.
In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Vermieter überzeugst, welche Kostenmodelle es gibt, und welche Alternativen dir zur Verfügung stehen, falls der Vermieter ablehnt.
Die Rechtslage auf einen Blick
Eigentümer (WEG-Novelle 2022)
Zustimmungsfiktion fürs Langsamladen (bis 5,5 kW)
Mieter (aktuell)
§ 9 MRG: Veränderung vorher ankündigen, Vermieter muss zustimmen
Die Rechtslage für Mieter in Österreich
Die WEG-Novelle 2022 hat Wohnungseigentümern eine Ladestation zum Langsamladen erleichtert (Zustimmungsfiktion nach § 16 Abs 5 WEG). Für Mieter gilt diese Regel nicht. Welche Rechte du hast, ist in § 9 Mietrechtsgesetz (MRG) geregelt. Diese Regelungen gelten nur für Mietverhältnisse, die voll unter das Mietrechtsgesetz fallen, sowie für Genossenschaftswohnungen.
Planst du eine wesentliche Veränderung, musst du den Vermieter vorher informieren und um seine Zustimmung ersuchen. Reagiert er innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt deiner Mitteilung nicht, gilt seine Zustimmung als erteilt. Verweigert er sie, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du die Zustimmung durch die Schlichtungsstelle oder das Bezirksgericht ersetzen lassen. Ob eine Wallbox diese Voraussetzungen erfüllt, ist im Einzelfall zu prüfen.
Warum gilt die WEG-Novelle nicht für Mieter?
Die WEG-Novelle regelt Änderungen, die ein Wohnungseigentümer an seinem Objekt vornehmen will, und die Zustimmung der anderen Eigentümer. Das Mietrecht ist ein separates Rechtsgebiet.
Im Mietrecht gilt: Die Zustimmung darf nicht verweigert werden, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, unter anderem: Die Veränderung entspricht dem Stand der Technik, sie darf das Haus nicht schädigen, keine Gefahr für Personen oder Sachen verursachen, und du trägst die Kosten selbst.
Wie überzeuge ich den Vermieter?
Viele Vermieter sagen nicht aus Prinzip Nein, sie haben einfach Bedenken oder kennen sich mit dem Thema nicht aus. Diese Argumente helfen dir:
Wertsteigerung der Immobilie
Ein Stellplatz mit Lademöglichkeit ist für künftige Mieter mit E-Auto ein Argument, ähnlich wie ein Garagenplatz.
Mieter zahlt die Installation
Biete an, die kompletten Installationskosten zu übernehmen. Für den Vermieter entsteht kein finanzieller Aufwand — und die Wallbox bleibt nach deinem Auszug als Mehrwert bestehen (wenn so vereinbart).
Wallbox bleibt bei Auszug
Vereinbare, dass die Wallbox bei deinem Auszug in der Wohnung bleibt. Der Vermieter bekommt die Ladestation, ohne selbst zu investieren.
Was beim Auszug mit Abbau, Neuanschluss und Netzbetreiber-Meldung zu tun ist, erklärt unser Ratgeber Wallbox beim Umzug.
Professionelle Installation
Betone, dass ein befugter Elektrofachbetrieb installiert, die Anlage beim Netzbetreiber meldet und ein Prüfprotokoll erstellt. Das nimmt dem Vermieter die Sorge vor Pfusch oder Sicherheitsrisiken.
Musterformulierung für die Anfrage beim Vermieter
Sehr geehrte/r [Vermieter],
ich fahre seit Kurzem ein Elektroauto und würde gerne eine Wallbox (Ladestation, 11 kW) an meinem Stellplatz installieren lassen. Die Installation erfolgt durch einen befugten Elektrofachbetrieb, der die Anlage auch beim Netzbetreiber meldet.
Ich übernehme sämtliche Kosten für Anschaffung und Installation. Die Wallbox würde bei meinem Auszug in der Wohnung verbleiben [oder: zurückgebaut werden, je nach Vereinbarung].
Eine Lademöglichkeit macht den Stellplatz für künftige Mieter mit E-Auto attraktiver. Gerne bespreche ich alle Details persönlich mit Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen, [dein Name]
Musterbrief an den Vermieter herunterladen
Die ausführliche Vorlage mit allen Punkten (Kosten, Stromabrechnung, Regelung bei Auszug, Haftung) — kostenlos, ohne Anmeldung. Einfach ausfüllen, anpassen und absenden.
Unverbindliche Formulierungshilfe, keine Rechtsberatung. Du bist Wohnungseigentümer? Dann brauchst du den Musterbrief an die Hausverwaltung (WEG).
Nächster Schritt: unverbindliches Angebot
Mit einem konkreten Angebot vom Elektrofachbetrieb überzeugst du deinen Vermieter leichter — er sieht sofort, dass professionell gearbeitet wird.
Kostenlos Angebot anfragenKostenaufteilung: Wer zahlt was?
Die Kostenaufteilung ist Verhandlungssache. Es gibt verschiedene Modelle — hier die gängigsten:
| Modell | Mieter zahlt |
|---|---|
| Mieter-Modell | Wallbox + Installation + Strom |
| Geteiltes Modell | Wallbox + Strom |
| Vermieter-Modell | Strom (+ evtl. Mieterhöhung) |
| Strom-Pauschale | Fixer Betrag/Monat für Strom |
Wichtig: Stromabrechnung regeln
Hängt dein Stellplatz am Allgemeinstrom des Hauses, braucht es eine faire Abrechnung: entweder einen eigenen Zwischenzähler für die Wallbox oder eine monatliche Pauschale mit dem Vermieter. Manche Wallboxen haben einen integrierten Zähler, der die Abrechnung vereinfacht.
Was wenn der Vermieter Nein sagt?
Verweigert der Vermieter die Zustimmung, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du sie durch die Schlichtungsstelle oder das Bezirksgericht ersetzen lassen. Ob das bei deiner Wallbox der Fall ist, lass dich im Einzelfall beraten. Daneben gibt es Alternativen:
Mobile Wallbox
Eine mobile Wallbox wird an eine bestehende CEE-Steckdose angeschlossen, ganz ohne baulichen Eingriff. Ob du die Steckdose am Stellplatz dafür nutzen darfst, klärst du trotzdem mit dem Vermieter, und über 3,68 kVA ist auch sie beim Netzbetreiber meldepflichtig.
- ✓ Kein Eingriff in die Bausubstanz
- ✓ Nimm sie beim Umzug einfach mit
- ✓ Auch unterwegs nutzbar
- - CEE-Dose muss vorhanden sein
Weitere Alternativen
- → Öffentliche Ladestation: Schau nach, ob es einen öffentlichen Ladepunkt in Gehweite gibt
- → Laden beim Arbeitgeber: Frag nach, ob es am Firmenparkplatz eine Lademöglichkeit gibt
- → Erneut fragen: Manchmal hilft es, nach einiger Zeit nochmal nachzufragen — besonders wenn der Vermieter sieht, dass die E-Mobilität zunimmt
- → Mietervereinigung oder Arbeiterkammer kontaktieren: Beide bieten Beratung zu Mietrecht und können eventuell vermitteln
Mehr zum Vergleich zwischen mobiler und fester Wallbox findest du auf Mobile vs. feste Wallbox: Was ist besser?
Sonderfall Genossenschaftswohnung
In einer Genossenschaftswohnung bist du rechtlich Mieter oder Nutzungsberechtigter, und § 9 MRG gilt laut Arbeiterkammer auch für Genossenschaftswohnungen: Kündige die Wallbox schriftlich an und hol die Zustimmung der Genossenschaft ein.
Das spricht für deine Chancen
- ✓Frag, ob die Genossenschaft schon ein Konzept für Ladestationen hat oder eine Sammellösung für die Tiefgarage plant
- ✓Eine gemeinsame Lösung für mehrere Stellplätze kann für die Bauvereinigung einfacher sein als viele Einzellösungen, dein Antrag kann der Anstoß sein
So gehst du am besten vor
- Schriftlich bei der Hausverwaltung der Genossenschaft anfragen (unser Musterbrief oben passt sinngemäß)
- Nach einem bestehenden E-Mobilitäts-Konzept oder geplanten Sammellösungen fragen
- Nachbarn mit E-Auto (oder Kaufabsicht) einbinden — gemeinsame Anfragen haben mehr Gewicht
- Bei Ablehnung: Beratung zu § 9 MRG holen oder eine mobile Lademöglichkeit an einer bestehenden CEE-Dose als Zwischenlösung prüfen
Hinweis: Für Genossenschaftswohnungen im Wohnungseigentum (Kaufoption bereits ausgeübt) gilt stattdessen das Wohnungseigentumsgesetz mit der WEG-Novelle 2022.
Die schriftliche Vereinbarung: Was muss rein?
Wenn der Vermieter zustimmt, halte alles schriftlich fest. Eine mündliche Zusage reicht nicht — bei Mieterwechsel oder Verkauf der Immobilie kann es sonst Probleme geben.
Checkliste für die Vereinbarung
Weiterführende Informationen
Wallbox-Angebot für deine Situation
Ob Mietwohnung oder Eigentum — unsere Elektriker beraten dich individuell. Kostenlos und unverbindlich.
Kostenlos Angebote anfragenEchte Kundenstimmen
Was Kundinnen und Kunden sagen
Rückmeldungen von Haushalten, die über uns einen regionalen Elektrobetrieb bekommen haben.
„Bei uns in der Tiefgarage war die Installation nicht ganz trivial. Der vermittelte Betrieb hat sich mit der Hausverwaltung abgestimmt und alles sauber gelöst. Genau dafür braucht man einen Profi aus der Region.“
„Zwei Angebote bekommen, in Ruhe verglichen, entschieden. Die Kombination aus PV-Anlage und Wallbox rechnet sich bei uns schon nach wenigen Jahren. Die Vermittlung war kostenlos und ohne Druck.“
„Kurzes Formular ausgefüllt, Rückruf noch am selben Tag. Der Elektriker war pünktlich, die 11-kW-Wallbox lief nach drei Stunden. Preis wie im Angebot, keine Überraschungen.“
„Firmenwagen elektrisch, also musste daheim eine Wallbox her. Vom Ausfüllen der Anfrage bis zur Montage vergingen keine zehn Tage. Regionaler Betrieb, faire Preise, alles ordentlich dokumentiert für den Arbeitgeber.“
„Anfrage am Sonntagabend gestellt, am Montag hatten sich schon zwei Elektriker aus dem 22. Bezirk gemeldet. Die Wallbox für unser E-Auto war zwei Wochen später montiert. Unkomplizierter geht's nicht.“
„Wir wollten eigentlich nur eine Wallbox, der vermittelte Betrieb hat uns dann eine kombinierte Lösung mit PV-Anlage durchgerechnet. Das Angebot war fair, die Beratung ehrlich, jetzt laden wir großteils mit eigenem Sonnenstrom.“
„Ich hatte vorher selbst drei Firmen angerufen und nie einen Rückruf bekommen. Über die Plattform ging es innerhalb von zwei Tagen. Der Elektriker aus der Region kannte sich auch mit der Förderung aus und hat beim Antrag geholfen.“
Jetzt Wallbox-Angebot anfragen
Auch als Mieter kannst du dir unverbindlich Angebote einholen — und deinem Vermieter gleich ein konkretes Angebot vorlegen.
Quellen & weiterführende Informationen
Fehler gefunden? Schreib uns an info@wallbox-kosten.at, wir prüfen den Hinweis und korrigieren die Seite.
Häufig gestellte Fragen
Habe ich als Mieter ein Recht auf eine Wallbox?
Ein eigenes Recht auf eine Wallbox wie die Zustimmungsfiktion fürs Langsamladen im Wohnungseigentumsgesetz gibt es für Mieter nicht. Welche Rechte du hast, ist in § 9 Mietrechtsgesetz (MRG) geregelt, das gilt nur für Mietverhältnisse, die voll unter das Mietrechtsgesetz fallen, sowie für Genossenschaftswohnungen: Du informierst den Vermieter vorher über die wesentliche Veränderung, und reagiert er innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt deiner Mitteilung nicht, gilt seine Zustimmung als erteilt.
Was kann ich tun, wenn der Vermieter Nein sagt?
Verweigert der Vermieter die Zustimmung, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du sie durch die Schlichtungsstelle oder, falls diese nicht zuständig ist, durch das Bezirksgericht ersetzen lassen. Ob deine Wallbox diese Voraussetzungen erfüllt, ist im Einzelfall zu prüfen, dabei hilft eine Beratung bei Arbeiterkammer oder Mietervereinigung. Alternativen sind eine mobile Wallbox an einer bestehenden CEE-Dose oder eine öffentliche Ladestation in der Nähe.
Wer zahlt die Wallbox-Installation in der Mietwohnung?
Das ist Verhandlungssache. Typische Modelle: Der Mieter zahlt alles (und nimmt die Wallbox bei Auszug mit oder lässt sie da), der Vermieter zahlt (und erhöht eventuell die Miete), oder beide teilen sich die Kosten. Alles schriftlich festhalten!
Kann ich eine mobile Wallbox als Alternative nutzen?
Ja, eine mobile Wallbox kann an einer bestehenden CEE-Steckdose betrieben werden, ganz ohne baulichen Eingriff. Ob du die Steckdose am Stellplatz dafür nutzen darfst, klärst du trotzdem mit dem Vermieter. Über 3,68 kVA ist auch eine mobile Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber meldepflichtig.
Was muss in die schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter?
Folgende Punkte sollten geregelt sein: Wer trägt die Installationskosten, wer zahlt den Strom (eigener Zähler oder Pauschale), was passiert bei Auszug (Wallbox mitnehmen oder dalassen), Rückbaupflicht ja/nein, und wer haftet bei Schäden.
Gibt es einen fertigen Musterbrief für die Anfrage beim Vermieter?
Ja — auf dieser Seite kannst du einen kostenlosen Musterbrief als PDF oder Word-Vorlage herunterladen. Er enthält alle wichtigen Punkte (Kostenübernahme, Stromabrechnung, Regelung bei Auszug, Haftung) und muss nur noch mit deinen Daten ausgefüllt werden. Kein E-Mail-Gate, keine Anmeldung.
Wie ist die Lage in der Genossenschaftswohnung?
Rechtlich ähnlich wie bei der klassischen Mietwohnung: § 9 MRG gilt laut Arbeiterkammer auch für Genossenschaftswohnungen. Frag schriftlich bei der Hausverwaltung deiner Genossenschaft an, ob es schon ein Konzept für Ladestationen gibt, bevor du eine Einzellösung planst.