myenergi Zappi: Test, Erfahrung & Kosten

Die PV-Wallbox, die mit jedem Wechselrichter Überschussladen kann.

Unser Fazit

Die myenergi Zappi ist die PV-Wallbox für alle, die keinen „passenden" Wechselrichter haben. Statt sich mit dem Wechselrichter zu verbinden, misst sie den Stromfluss mit eigenen Sensoren direkt am Hausanschluss — Überschussladen funktioniert damit mit jeder PV-Anlage, auch mit älteren Anlagen ohne smarte Schnittstelle. Dafür ist sie etwas teurer und optisch eher funktional.

Preis

€870–€950

Ladeleistung

7,4 / 22 kW

Empfehlung

PV-Allrounder

Wer eine Photovoltaikanlage hat, will sein E-Auto mit dem eigenen Sonnenstrom laden. Das Problem: Die meisten Wallboxen brauchen dafür einen kompatiblen Wechselrichter oder ein Energiemanagementsystem. Die Zappi vom britischen Hersteller myenergi geht einen anderen Weg — sie bringt ihre eigene Messtechnik mit.

In diesem Test schauen wir uns an, wie gut das funktioniert, was die Zappi kostet und für wen sie in Österreich die beste Wahl ist. Einen Überblick über alle empfehlenswerten Modelle findest du in unserem Wallbox-Vergleich.

Steckbrief: myenergi Zappi V2.1

Hersteller myenergi (Großbritannien)
Modell Zappi V2.1
Ladeleistung 7,4 kW (1-phasig) / 22 kW (3-phasig), mit Phasenumschaltung
Ladeanschluss Typ 2 (fest angeschlagenes Kabel 6,5 m oder Steckdose)
Preis (AT-Markt) €870–€950 (Stand Juli 2026)
PV-Überschussladen Ja, nativ — CT-Sensoren am Hausanschluss, wechselrichter-unabhängig
Lademodi Fast / Eco / Eco+ (nur Solarüberschuss)
App-Steuerung Ja (myenergi App) + Display und Tasten am Gerät
RFID Nein (PIN-Sperre am Gerät)
OCPP Ja (ab V2.1)
DC-Fehlerschutz Integriert (FI Typ A reicht — spart €200–€350)
Schutzklasse IP65 (uneingeschränkt außentauglich)

So funktioniert das Überschussladen mit der Zappi

Bei der Installation klemmt der Elektriker einen oder mehrere CT-Sensoren (Stromwandler-Klemmen) um die Leitungen im Zählerkasten. Die Zappi sieht dadurch in Echtzeit, wie viel Strom deine PV-Anlage gerade produziert und wie viel das Haus verbraucht. Den Überschuss, der sonst ins Netz eingespeist würde, leitet sie stufenlos ins E-Auto — ab etwa 1,4 kW Überschuss startet der Ladevorgang.

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Der entscheidende Unterschied

go-e und Fronius holen sich die PV-Daten vom Wechselrichter — das funktioniert nur, wenn der Wechselrichter eine kompatible Schnittstelle hat. Die Zappi misst selbst und ist damit die sicherste Wahl bei älteren PV-Anlagen, Exoten-Wechselrichtern oder gemischten Systemen. Mehr Grundlagen: PV-Überschussladen im Detail und PV + Wallbox kombinieren.

Mit dem optionalen myenergi Hub und weiteren Geräten (z.B. dem Heizstab-Regler Eddi) lässt sich das System zum kleinen Energiemanagement ausbauen — praktisch, wenn du neben dem Auto auch Warmwasser mit PV-Überschuss machen willst.

Vorteile & Nachteile der myenergi Zappi

Vorteile
  • Überschussladen mit jedem Wechselrichter: Eigene CT-Sensoren statt Wechselrichter-Schnittstelle — funktioniert auch mit alten PV-Anlagen
  • Drei durchdachte Lademodi: Fast, Eco und Eco+ — vom Schnellladen bis zum reinen Sonnenstrom-Laden
  • Display am Gerät: Ladeleistung und PV-Daten direkt ablesbar, Bedienung auch ohne App möglich
  • FI Typ B integriert: Spart €200–€350 bei der Installation
  • IP65 + fest angeschlagenes Kabel: Robust für den Außeneinsatz, Kabel immer griffbereit
Nachteile
  • Höherer Preis: Mit ~€870 teurer als go-e oder Wattpilot — die Messtechnik kostet
  • Aufwändigere Installation: Die CT-Sensoren müssen im Zählerkasten montiert werden — etwas mehr Arbeitszeit für den Elektriker
  • Kein RFID: Zugangsschutz nur per PIN am Gerät oder App — für Gemeinschaftsgaragen weniger praktisch
  • Funktionales Design: Deutlich größer und technischer als z.B. die Easee Home

Für wen ist die Zappi die richtige Wahl?

PV-Besitzer ohne Fronius-Wechselrichter

SMA, Huawei, Kostal, GoodWe oder ein 15 Jahre alter Wechselrichter ohne Schnittstelle? Die Zappi lädt trotzdem mit Überschuss — das kann sonst kaum eine Wallbox so zuverlässig.

Maximale Eigenverbrauchs-Optimierer

Mit Eco+ lädst du ausschließlich Sonnenstrom, mit Hub und Eddi steuerst du zusätzlich Warmwasser — ein kleines Energiemanagement ohne großes System. Wie viel du sparst, zeigt der Stromkosten-Rechner.

Weniger geeignet: Fronius-Besitzer und Sparfüchse

Mit Fronius-Wechselrichter ist der Wattpilot günstiger und nahtloser. Ohne PV-Anlage reicht der go-e Charger — die Zappi-Messtechnik wäre verschenktes Geld.

Was kostet die Zappi mit Installation?

Beispielrechnung: Zappi V2.1 (22 kW, auf 11 kW angemeldet)

  • myenergi Zappi V2.1 (fest angeschl. Kabel)~€880
  • Kabel 10 m (5×4 mm²)€200
  • FI Typ A + Absicherung (Typ B entfällt)€150
  • Arbeitszeit inkl. CT-Sensor-Montage (4–5 h)€500
  • Kleinmaterial, Wanddurchbruch€150
Gesamt~€1.880

Hinweis zur Förderung: Die Zappi erfüllt die Förderkriterien (intelligent, fest montiert). Die Bundesförderung ist derzeit pausiert — aktueller Stand auf der Förder-Status-Seite, Benachrichtigung über den Förder-Alert.

Die genauen Wallbox-Kosten hängen von Kabelweg und Zählerkasten ab. Über unser Formular bekommst du bis zu 3 konkrete Angebote von Installateuren, die auch die Zappi kennen.

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Quellen & weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert die Zappi mit jedem Wechselrichter?

Ja — das ist ihr größter Vorteil. Die Zappi misst den Stromfluss mit eigenen CT-Sensoren (Stromklemmen) direkt am Hausanschluss und braucht dafür keinen kompatiblen Wechselrichter und kein Energiemanagementsystem. Egal ob Fronius, SMA, Huawei, Kostal oder ein älterer Wechselrichter ohne Schnittstelle: PV-Überschussladen funktioniert immer.

Was bedeuten die Lademodi Eco, Eco+ und Fast?

Fast lädt mit voller Leistung wie eine normale Wallbox. Eco lädt bevorzugt mit PV-Überschuss und ergänzt bei Bedarf Netzstrom. Eco+ lädt ausschließlich mit Solarüberschuss und pausiert, wenn die Sonne nicht genug liefert — maximale Ersparnis, aber langsamer.

Ist die myenergi Zappi in Österreich förderfähig?

Ja, die Zappi V2.1 erfüllt die Kriterien: fest montiert, über 3,7 kW und intelligent steuerbar (inkl. OCPP). Die Bundesförderung (eRide) ist derzeit allerdings pausiert — den aktuellen Stand siehst du auf unserer Förder-Status-Seite.

Braucht die Zappi einen FI-Schalter Typ B?

Nein. Die Zappi hat den DC-Fehlerschutz integriert, es reicht ein FI Typ A in der Zuleitung. Das spart bei der Installation rund €200 bis €350.

Zappi oder Fronius Wattpilot — was ist besser für PV-Überschussladen?

Hast du einen Fronius-Wechselrichter, ist der Wattpilot die nahtloseste Lösung im selben Ökosystem. Bei jedem anderen (oder älteren) Wechselrichter spielt die Zappi ihren Trumpf aus: Sie misst selbst und ist komplett herstellerunabhängig. Preislich liegen beide nah beieinander.

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