Technik · 6 Min. Lesezeit

Bidirektionales Laden (V2H): Die Zukunft der Wallbox in Österreich

Vehicle-to-Home erklärt: So wird dein E-Auto zum Hausspeicher. Welche Autos und Wallboxen V2H können & wann es sich lohnt.


Stell dir vor, dein E-Auto versorgt abends dein Haus mit Strom, geladen wurde es tagsüber mit Sonnenstrom vom eigenen Dach. Das ist bidirektionales Laden. Wir erklären, wie Vehicle-to-Home (V2H) funktioniert, was Auto und Wallbox dafür können müssen, was in Österreich noch offen ist und wann sich das rechnen kann.

Was ist bidirektionales Laden?

Beim normalen Laden fließt Strom in eine Richtung: vom Netz in die Autobatterie. Beim bidirektionalen Laden kann der Strom auch wieder zurückfließen, aus der Autobatterie in dein Haus oder ins Stromnetz.

Der ÖAMTC unterscheidet drei Arten:

AbkürzungBedeutungStrom fließt…
V2HVehicle-to-Homevom Auto ins eigene Haus
V2GVehicle-to-Gridvom Auto ins öffentliche Netz
V2LVehicle-to-Loadvom Auto an einzelne Geräte (Steckdose am Auto oder Adapter)

V2L ist die einfachste Form: Du steckst ein Gerät direkt am Auto an. Volkswagen etwa nennt für ID.-Modelle ab ID. Software 6 eine V2L-Funktion mit bis zu 3,6 kW Leistung. Für V2H und V2G braucht es dagegen laut ÖAMTC ein dafür geeignetes Auto, eine Ladestation, die Strom in beide Richtungen fließen lassen kann, und eine Steuerung, die regelt, wann geladen oder entladen wird.

Wie funktioniert Vehicle-to-Home?

Bei V2H wird dein E-Auto zum mobilen Hausspeicher. Der Ablauf:

  1. Tagsüber: Deine PV-Anlage lädt das E-Auto mit Sonnenstrom.
  2. Abends: Wenn die Sonne weg ist und du Strom brauchst (Kochen, Licht, Wärmepumpe), speist die Wallbox Strom aus der Autobatterie zurück ins Hausnetz.
  3. Nachts: Das Auto wird bei Bedarf wieder aus dem Netz geladen, idealerweise dann, wenn Strom günstig ist.

Der Vorteil: Das Auto übernimmt die Rolle eines Heimspeichers, allerdings nur, solange es angesteckt zuhause steht.

Welche E-Autos können V2H?

Laut ÖAMTC sind derzeit wenige Fahrzeuge für bidirektionales Laden geeignet. Einige sind dafür vorbereitet, die Funktion kann später per Softwareupdate freigeschaltet werden.

Ein Beispiel mit Herstellerangabe: Bei Volkswagen ist bidirektionales Laden für alle ID.-Modelle mit aktueller ID. Software 6 verfügbar, Voraussetzung ist eine kompatible Wallbox. Ältere ID.-Fahrzeuge können die Funktion ab ID. Software 3.5 nutzen, wenn sie eine Batterie ab 77 kWh haben.

Wichtig: Frag vor dem Kauf beim Autohersteller nach, ob dein Modell bidirektional laden darf und mit welcher Wallbox. Die Antwort hängt oft auch vom Softwarestand ab.

Welche Wallboxen unterstützen V2H?

Laut ÖAMTC setzen manche Hersteller beim bidirektionalen Laden auf den DC-Anschluss (CCS), andere auf einen AC-Anschluss (Typ 2). Geeignete Ladestationen sind noch teurer als herkömmliche Wallboxen und nur mit bestimmten Fahrzeugherstellern kompatibel.

Vorsicht bei der Produktbeschreibung: Fronius stellt für den Wattpilot Flex klar, dass er zwar Hardware nach ISO 15118 hat, aktuell aber keine bidirektionale Anwendung unterstützt. Fronius weist auch darauf hin, dass ISO-15118-Hardware bei Wallboxen oft fälschlicherweise mit bidirektionalem Laden gleichgesetzt wird.

Für V2H brauchst du also eine Ladestation, die ausdrücklich zum Rückspeisen freigegeben ist und die dein Autohersteller als kompatibel nennt.

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Lohnt sich V2H in Österreich?

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten:

AnnahmeWert
PV-Überschuss, der ins Auto geladen wird2.500 kWh pro Jahr
Verlust beim Laden und Zurückspeisen (angenommen)20 %
Davon abends im Haus genutzt2.000 kWh
Strompreis beim Netzbezug (angenommen)0,25 € pro kWh
Einspeisevergütung, die dafür entfällt (angenommen)0,05 € pro kWh

Ergebnis: 2.000 kWh × 0,25 € = 500 € weniger Netzbezug. Dafür entfällt die Einspeisevergütung für 2.500 kWh, also 2.500 kWh × 0,05 € = 125 €. Unterm Strich bleiben in diesem Beispiel rund 375 € pro Jahr.

Kostet die bidirektionale Lösung zum Beispiel 3.000 € mehr als eine normale Wallbox, wären das in diesem Beispiel rund 8 Jahre bis zur Amortisation. Mit deinem echten Strompreis, deiner Einspeisevergütung und dem Angebot für die Wallbox kann das Ergebnis deutlich anders ausfallen.

→ Mehr zum Thema PV + Wallbox: PV-Wallbox-Kombination

Rechtliche Situation in Österreich

V2H (Strom im eigenen Haus nutzen): Auch wenn der Strom im Haus bleibt, ist die Anlage mit dem Netz verbunden. Wird Energie vom Auto zurück ins Haus oder ins Netz gespeist, müssen laut Fronius die Anforderungen des Netzbetreibers erfüllt sein. LINZ NETZ etwa verlangt für bidirektionale Ladeeinrichtungen, die für Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid genutzt werden, zusätzlich die Vorgaben der OVE-Richtlinie R 25 (Prüfanforderungen an Erzeugungseinheiten). Bei TINETZ wird bidirektionales Laden direkt im Datenblatt der Ladeeinrichtung angegeben.

V2G (Strom ins Netz einspeisen): Dafür braucht es laut ÖAMTC einen Netzzugangsvertrag mit dem lokalen Netzbetreiber für den Parallelbetrieb, weil du gegenüber dem Netzbetreiber als Einspeiser und Verbraucher auftrittst. Regeln und Gesetze sind in Österreich laut ÖAMTC noch nicht vollständig angepasst, es fehlen klare Vorgaben, wie bidirektionales Laden abgerechnet, vergütet und steuerlich behandelt wird.

Förderung: Die Bundesförderung für private Ladestationen (eRide) wurde vorzeitig beendet, ein Nachfolgeprogramm ist noch nicht angekündigt. Welche Landesförderungen es gibt, steht unter Wallbox-Förderung.

Ausblick: Wann wird V2H Standard?

Das lässt sich heute nicht seriös sagen. Fahrzeuge, Wallboxen und Regeln entwickeln sich, aber laut ÖAMTC haben sich Standards und Normen noch nicht etabliert.

Wenn du jetzt eine Wallbox kaufst und noch kein V2H brauchst: Kein Problem. Aber achte darauf, dass deine Elektroinstallation zukunftssicher ist. Ein ausreichend dimensionierter Kabelquerschnitt und Platz im Zählerkasten machen ein späteres Upgrade einfacher.

Häufige Fragen

Schadet V2H meiner Autobatterie?

Laut ÖAMTC ist bidirektionales Laden bei vielen Herstellern mit Garantieeinschränkungen verbunden. Erste Studien zeigen demnach aber, dass es sich nur minimal auf die Gesamtalterung der Batterie auswirkt. Volkswagen begrenzt bei ID.-Modellen mit Software ab 3.5 und unter 6 die Entladung auf höchstens 10.000 kWh bzw. 4.000 Stunden. Lies vor der Nutzung die Garantiebedingungen deines Autos.

Kann ich V2H auch ohne PV-Anlage nutzen?

Ja. Laut ÖAMTC kannst du mit einer eigenen PV-Anlage oder einem geeigneten flexiblen Stromtarif Strom speichern, wenn er günstig ist, und später nutzen. Weil beim Laden und Zurückspeisen Energie verloren geht, lohnt sich das ohne PV nur, wenn der Preisunterschied groß genug ist.

Was passiert bei Stromausfall?

Laut ÖAMTC kann das Fahrzeug bei einem Stromausfall eine bestimmte Zeit lang zur Energieversorgung genutzt werden. Ob das bei dir geht, hängt vom System ab: Die Ladestation muss eine Notstromfunktion ausdrücklich unterstützen. Frag beim Hersteller und beim Elektriker nach, bevor du dich darauf verlässt.

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Weiterlesen: Kombiniere V2H mit PV-Überschussladen für maximale Unabhängigkeit. Welche Wallboxen zukunftssicher sind, zeigt der Wallbox-Test 2026. Alle Infos zur Wallbox-Installation und den Kosten im Überblick.

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Echte Kundenstimmen

Was Kundinnen und Kunden sagen

Rückmeldungen von Haushalten, die über uns einen regionalen Elektrobetrieb bekommen haben.

Wallbox
„Kurzes Formular ausgefüllt, Rückruf noch am selben Tag. Der Elektriker war pünktlich, die 11-kW-Wallbox lief nach drei Stunden. Preis wie im Angebot, keine Überraschungen.“
R. Steininger St. Pölten
Wallbox
„Firmenwagen elektrisch, also musste daheim eine Wallbox her. Vom Ausfüllen der Anfrage bis zur Montage vergingen keine zehn Tage. Regionaler Betrieb, faire Preise, alles ordentlich dokumentiert für den Arbeitgeber.“
N. Pichler-Maad Wels
Wallbox
„Anfrage am Sonntagabend gestellt, am Montag hatten sich schon zwei Elektriker aus dem 22. Bezirk gemeldet. Die Wallbox für unser E-Auto war zwei Wochen später montiert. Unkomplizierter geht's nicht.“
M. Hofstätter Wien
Wallbox + PV-Anlage
„Wir wollten eigentlich nur eine Wallbox, der vermittelte Betrieb hat uns dann eine kombinierte Lösung mit PV-Anlage durchgerechnet. Das Angebot war fair, die Beratung ehrlich, jetzt laden wir großteils mit eigenem Sonnenstrom.“
S. Brunnbauer Graz
Wallbox
„Ich hatte vorher selbst drei Firmen angerufen und nie einen Rückruf bekommen. Über die Plattform ging es innerhalb von zwei Tagen. Der Elektriker aus der Region kannte sich auch mit der Förderung aus und hat beim Antrag geholfen.“
K. Leitgeb Linz
Wallbox
„Bei uns in der Tiefgarage war die Installation nicht ganz trivial. Der vermittelte Betrieb hat sich mit der Hausverwaltung abgestimmt und alles sauber gelöst. Genau dafür braucht man einen Profi aus der Region.“
T. Gruber-Painsi Innsbruck
Wallbox + PV-Anlage
„Zwei Angebote bekommen, in Ruhe verglichen, entschieden. Die Kombination aus PV-Anlage und Wallbox rechnet sich bei uns schon nach wenigen Jahren. Die Vermittlung war kostenlos und ohne Druck.“
E. Schoberleitner Klagenfurt
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