Wallbox-Standsäule: Laden, wo keine Wand ist
Kein Carport, keine Hauswand am Stellplatz? So planst du eine freistehende Wallbox-Säule mit Fundament, Erdkabel und Schutz. Jetzt Angebote holen!
Wenn am Stellplatz keine Hauswand und kein Carport steht, kommt die Wallbox auf eine Standsäule. Das ist eine freistehende Säule mit Fundament, auf der die Wallbox montiert wird, und darunter ein Erdkabel vom Zählerkasten. Technisch ist das gut machbar, aber es ist aufwendiger als die Montage an der Wand: Dazu kommen ein Graben, ein frostsicheres Fundament, Schutz gegen Witterung und Anfahren und eine passende Erdung. Planst du die Säule mit dem Elektriker gleich richtig, lädst du danach jahrelang ohne Kabel über den Gehweg.
Typische Fälle sind ein Stellplatz an der Grundstücksgrenze, eine lange Einfahrt, ein Parkplatz vor dem Haus ohne Wand in Reichweite oder eine Garage, an der du nicht bohren willst oder darfst. Auch wenn zwei Autos nebeneinander stehen, kann eine Säule in der Mitte praktischer sein als eine Wallbox an der Hausecke.
In diesem Ratgeber erfährst du, wann sich eine Standsäule lohnt, was beim Fundament und beim Erdkabel zu beachten ist, welche Schutzmaßnahmen im Freien nötig sind, wie die Kosten zustande kommen und welche Fragen du dem Elektriker vorab stellen solltest. Wie das Kabel selbst unter die Erde kommt, behandeln wir ausführlich im Ratgeber Erdkabel zur Garage; hier geht es um die Säule und ihren Standort.
Kurz-Antwort: Was du für eine Wallbox-Standsäule brauchst
| Baustein | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Säule | passend zur Wallbox, als Zubehör des Herstellers oder als universelle Säule |
| Fundament | frostsicher, Maße nach Montageanleitung der Säule, Leerrohr für das Kabel von unten |
| Zuleitung | eigener Stromkreis, fünfpolig, als Erdkabel geeignet (zum Beispiel NYY-J) |
| Schutz im Freien | Schutzart mindestens IP4X, UV-stabile Leitungen oder Schutzschlauch |
| Erdung und Blitzschutz | bei Außenaufstellung auf Blitzschutz bzw. blitzstromfähige Erdung achten |
| Anfahrschutz | sinnvoll an Einfahrten, im öffentlich zugänglichen Bereich mechanischer Schutz nötig |
| Kosten | Leitung €15 bis €25 je Meter, dazu Erdarbeiten, Säule und Fundament |
Wann eine Standsäule sinnvoll ist
Die Wand ist in der Regel die günstigere Wahl, weil Fundament und Säule wegfallen und das Kabel oft kürzer ist. Eine Standsäule lohnt sich, wenn:
- am Stellplatz keine tragfähige Wand ist, etwa auf einem offenen Parkplatz oder an einer langen Einfahrt,
- die Wand zu weit weg ist und das Ladekabel quer über einen Gehweg oder die Einfahrt hängen würde,
- du an der Fassade nicht bohren willst, zum Beispiel wegen einer Wärmedämmung oder weil die Wand nicht dir gehört,
- zwei Autos laden sollen und eine Säule in der Mitte beide Ladebuchsen erreicht.
Bevor du dich für die Säule entscheidest, lohnt ein Blick auf die Alternativen. Welche Standorte es gibt und wie sie sich unterscheiden, vergleicht unser Ratgeber Wallbox-Standort: Garage, Carport oder Außenwand.
Wo genau die Säule hin soll
Stell dir beim Planen drei Fragen: Wo ist die Ladebuchse deines Autos, wenn es so steht, wie du parkst? Reicht das Ladekabel von dort bis zur Säule, ohne gespannt zu sein? Und steht die Säule so, dass du beim Rangieren nicht dagegen fährst? Eine Säule direkt an der Einfahrtskante sieht ordentlich aus, ist aber im Winter mit Schnee und im Dunkeln eine Gefahr für den Lack.
Fundament und Montage der Säule
Die Säule steht auf einem Fundament aus Beton oder wird mit einem Fertigfundament im Boden verankert. Wie groß und tief das Fundament sein muss, steht in der Montageanleitung der Säule; der Elektriker oder ein Baumeister richtet es danach aus. Wichtig ist, dass das Fundament frostsicher gegründet ist, damit die Säule im Winter nicht kippt oder sich hebt.
Das Kabel kommt von unten in die Säule. Deshalb gehört beim Betonieren ein Leerrohr in das Fundament, durch das die Zuleitung später nach oben geführt wird. Wird das vergessen, muss im Nachhinein gebohrt oder ein Kabel außen an der Säule entlanggeführt werden, und beides ist weder schön noch gut geschützt.
Leerrohr und Datenleitung gleich mit einplanen
Der WKO-Leitfaden nennt in seiner Checkliste für Elektriker, eine Datenleitung vom Ladepunkt zum Zählerverteiler mitzuverlegen und eventuell eine Leerverrohrung vorzusehen, um für künftige smarte Tarife vorzusorgen. Bei einer Standsäule ist das besonders wichtig: Ist der Graben einmal zu, kostet jede nachträgliche Leitung wieder Erdarbeiten. Auch ein zweites Leerrohr für einen späteren zweiten Ladepunkt kostet beim Graben wenig.
Das Erdkabel zur Säule
Zwischen Zählerkasten und Säule liegt ein Kabel im Boden. Laut Leitfaden der Landesinnung braucht jeder Ladepunkt einen eigenen Stromkreis mit eigenem Überstromschutzorgan und eine fünfpolige Zuleitung. Für Leitungen im Erdreich braucht es ein Kabel, das für die Verlegung in Erde vorgesehen ist, zum Beispiel ein NYY-J: Der Hersteller Waskönig+Walter nennt es für die feste Verlegung in Innenräumen, im Freien und in Erde.
Die Verlegungstiefe, die Ausführung des Grabens und die Bettung regelt die Norm OVE E 8120. Für Kabel unterhalb von Verkehrsflächen enthält die Norm einen eigenen Abschnitt; sag dem Elektriker deshalb, wenn die Strecke unter einer Einfahrt verläuft. Alles Weitere zu Graben, Kabelschutzrohr und Warnband steht in unserem Ratgeber Erdkabel zur Garage.
Schutz im Freien: Witterung, Blitz und Anfahren
Eine Säule steht ungeschützt im Wetter. Der technische Leitfaden der Landesinnung nennt dafür mehrere Punkte:
- Schutzart: Liegt der Ladepunkt im Freien, müssen die elektrischen Betriebsmittel laut Leitfaden mit einer Schutzart von mindestens IP4X ausgewählt oder versehen werden. Achte deshalb beim Kauf auf das Datenblatt der Wallbox und der Säule.
- Leitungen im Freien: Für Anschlussleitungen im Freien verlangt der WKO-Leitfaden UV-stabilisierte Leitungen, Rohre oder Schutzschläuche.
- Blitzschutz und Erdung: Bei Außenaufstellung verlangt der Leitfaden der Landesinnung, auf Blitzschutz bzw. eine blitzstromfähige Erdung zu achten.
- Mechanischer Schutz: Betriebsmittel, die im öffentlich zugänglichen Bereich errichtet werden, müssen laut Leitfaden mechanisch geschützt werden.
Auch wenn deine Säule auf privatem Grund steht, ist ein Anfahrschutz an einer Einfahrt eine gute Idee, etwa ein Poller oder ein Bügel vor der Säule. Ein Rempler beim Einparken kann sonst Säule und Wallbox beschädigen. Warum eine Wallbox im Freien zusätzlich gegen Überspannung geschützt werden sollte, erklärt unser Ratgeber Überspannungsschutz für die Wallbox.
Ob eine Standsäule an deinem Stellplatz sinnvoll ist und wie lang der Weg zum Zählerkasten wird, sieht ein Elektriker bei der Besichtigung. Hol dir kostenlos Angebote von bis zu drei Fachbetrieben aus deiner Region.
Jetzt kostenlos anfragenWas kostet eine Wallbox auf Standsäule?
Die Kosten setzen sich aus denselben Posten zusammen wie bei der Wandmontage, dazu kommen Säule, Fundament und die Erdarbeiten. Laut unserer Kostenübersicht liegen die einzelnen Posten so:
| Posten | Spanne (Kostenübersicht) |
|---|---|
| Wallbox 11 kW | €700 bis €1.300 |
| Leitung je Meter | €15 bis €25 |
| Erdungsanlage (falls nötig) | €150 bis €400 |
| FI-Schutzschalter Typ B (falls nötig) | €200 bis €350 |
| Arbeitszeit Elektriker | €500 bis €900 |
| Anmeldung beim Netzbetreiber | €0 (keine Gebühr für die Meldung) |
Säule, Fundament und Graben sind in dieser Übersicht nicht enthalten, weil sie stark vom Modell, vom Untergrund und von der Länge der Strecke abhängen. Einen eigenen Preis für die Säule nennt dir der Elektriker oder der Händler der Wallbox.
Rechenbeispiel: 20 Meter von Zählerkasten bis Säule
Ein Rechenbeispiel ohne Säule, Fundament und Erdarbeiten: 20 Meter Leitung, eine Erdungsanlage, eine 11-kW-Wallbox und die Arbeitszeit des Elektrikers.
| Posten | von | bis |
|---|---|---|
| Wallbox 11 kW | €700 | €1.300 |
| Leitung 20 m | €300 | €500 |
| Erdungsanlage | €150 | €400 |
| Arbeitszeit Elektriker | €500 | €900 |
| Summe ohne Säule und Erdarbeiten | €1.650 | €3.100 |
Kannst du den Graben selbst ausheben, sparst du einen Teil der Erdarbeiten. Das Verlegen und Anschließen der Leitung bleibt aber Sache des Fachbetriebs: Laut Leitfaden der Wirtschaftskammer Wien muss der Anschluss einer Ladestation an das öffentliche Netz von einem berechtigten Elektrogewerbebetrieb erfolgen. Alle Posten im Detail findest du auf unserer Seite Installationskosten der Wallbox.
Förderung für die Standsäule?
Die Bundesförderung für private Wallboxen wurde vorzeitig beendet, ein Nachfolgeprogramm ist derzeit nicht angekündigt. In der Steiermark gibt es höchstens 30 % der anrechenbaren Investitionskosten, maximal €300. Das Burgenland fördert 30 % der Kosten, höchstens €300. Ob dort die Säule zu den förderbaren Kosten zählt, steht in den Bedingungen des Landes; den Überblick findest du auf unserer Seite Wallbox Förderung.
Genehmigung und Anmeldung
Eine 11-kW-Wallbox liegt über 3,68 kVA, und laut Leitfaden der Wirtschaftskammer Wien besteht für alle Ladepunkte ab 3,68 kVA eine Meldepflicht beim Netzbetreiber. Das gilt für die Standsäule genauso wie für die Wandmontage, die Anmeldung übernimmt in der Regel der Elektriker. Den Ablauf erklärt unsere Anleitung Wallbox beim Netzbetreiber anmelden.
Ob für eine freistehende Säule zusätzlich eine Meldung bei der Baubehörde nötig ist, hängt von deinem Bundesland und vom Standort ab. Frag im Zweifel bei der Gemeinde nach, bevor gegraben wird. Steht die Säule an der Grundstücksgrenze oder auf einem gemeinsam genutzten Platz, kläre außerdem vorher mit Nachbarn oder Miteigentümern, ob sie einverstanden sind. Wann eine Wallbox genehmigt werden muss, fasst unsere Seite Wallbox Genehmigung zusammen.
Fragen an den Elektriker vor der Montage
Mit diesen Fragen bekommst du vergleichbare Angebote:
- Welche Säule passt zu meiner Wallbox, und ist sie im Angebot enthalten?
- Wer macht das Fundament, und nach welchen Maßen?
- Wie lang ist die Strecke zum Zählerkasten, und welches Kabel wird verlegt?
- Wird ein Leerrohr für eine Datenleitung oder einen zweiten Ladepunkt mitverlegt?
- Braucht es eine Erdungsanlage oder einen Überspannungsschutz?
- Sind Graben und Wiederherstellung der Oberfläche im Preis enthalten?
Wie du Angebote danach vergleichst, zeigt unser Ratgeber Wallbox-Angebot vergleichen.
Häufige Fragen zur Wallbox-Standsäule
Was ist eine Wallbox-Standsäule?
Eine freistehende Säule, auf der eine Wallbox montiert wird, wenn am Stellplatz keine Wand zur Verfügung steht. Sie steht auf einem Fundament, die Zuleitung kommt als Erdkabel von unten.
Brauche ich für eine Standsäule ein Fundament?
Ja, die Säule muss sicher im Boden verankert sein, entweder auf einem Betonfundament oder mit einem Fertigfundament. Die Maße stehen in der Montageanleitung der Säule. Wichtig ist eine frostsichere Gründung.
Welches Kabel kommt in die Erde?
Ein Kabel, das für die Verlegung in Erde vorgesehen ist, zum Beispiel ein NYY-J. Die normale Installationsleitung aus dem Haus ist dafür nicht gedacht. Der Elektriker wählt den Querschnitt passend zu Leistung und Länge.
Welche Schutzart braucht eine Wallbox im Freien?
Liegt der Ladepunkt im Freien, müssen die elektrischen Betriebsmittel mindestens die Schutzart IP4X haben. Prüf dazu das Datenblatt von Wallbox und Säule.
Kann ich die Standsäule selbst aufstellen?
Den Graben ausheben und beim Fundament mithelfen kannst du oft selbst, wenn der Elektriker das vorher mit dir abspricht. Verlegen und Anschließen der Leitung sowie die Inbetriebnahme gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Mehr dazu im Ratgeber Wallbox selbst installieren.
Brauche ich einen Anfahrschutz?
Im öffentlich zugänglichen Bereich müssen Betriebsmittel mechanisch geschützt werden. Auf privatem Grund ist ein Poller oder Bügel an einer Einfahrt trotzdem sinnvoll, damit beim Einparken nichts passiert.
Ist eine Standsäule teurer als die Wandmontage?
In der Regel ja, weil Säule, Fundament und Erdarbeiten dazukommen und die Leitung meist länger ist. Wie viel teurer, hängt vor allem von der Strecke und vom Untergrund ab.
Fazit: Die Säule beginnt beim Graben
Eine Wallbox-Standsäule ist die Lösung, wenn am Stellplatz keine Wand ist. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist nicht die Säule selbst, sondern alles darunter: ein frostsicheres Fundament mit Leerrohr, ein Erdkabel mit eigenem Stromkreis, eine passende Erdung und genug Schutz gegen Wetter und Anfahren. Plane Datenleitung und Reserve-Rohr gleich mit, solange der Graben offen ist.
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